Bericht über die Feier des Stiftungsfestes.
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Die Gesellschaft stimmte begeistert ein und sang sodann das vom Herrn Geheimrat Professor W. Liebenow gedichtete „Kaiser-Lied“, dessen vierte Strophe diesmal lautete:
„Was dem ganzen Reiche frommet,
Darauf richtet sieh Sein Blick,
Trennende Parteiint'ressen Treten davor stets zurück.
Wenn wir einsteh’n für das Recht,
Was vermag dann Andrer Spott?
Unser’s Kaisers Losung lautet:
Ein Reich und ein Volk, ein Gott!“
Den zweiten Trinkspruch brachte Herr Schulrat Prof. Dr. Euler auf die „Brandenburgia“ aus, worauf das vom Herrn Geheimrat Prof. Liebenow derselben gewidmete Lied angestimmt wurde, nach der Melodie:
„Am grünen Strand der Spree.“
Der Forschergeist dringt in das All Und seine Sphärenwelt,
Das Horo- und das Teleskop Wird nach wie vor gestellt.
Man sinnt und grübelt ohne End’
Und folgert, wie’s geschah,
Und diesem Drang folgt lobesam Die „Brandenburgs“.
An uns’rer Spitze steht der Mann, Der’s Hauptstadtscepter führt,
Und seiner Sitten Freundlichkeit ; Hat Jedermann verspürt.
Er nimmt an unsrer Arbeit Teil,
Hat manchen Wunsch erfüllt;
Wir fühlen uns durch ihn geehrt, Uns deckt sein Namens-Schild.
Die Leitung der Geschäfte ruht
Auf Friedeis starker Kraft,
Er ist der rechte, ganze Mann
Für uns’re Wissenschaft.
Wie aus dem Kopfe Jupiters
Athene einst entsprang,
So zollt auch „Brandenburgia“ Für ihr Besteh’n ihm Dank.
Der Doctor Euler dominiert
Auf einer andern Bahn,
Die Turnerei ist sein Gebiet,
Sein Liebling „Vater Jahn“.
Der Doctor Bolle reimt und singt
Und warnet vor dem „Nix“,
Sitzt gut vor’m Schuss auf „Scharfenberg“
Und dichtet weiter flx.
Was wären ohne Meyer wir,
Er ist ein treuer Mann,
Berichtet, was hei uns geschelm Und ordnet Alles an.
Der Doctor Zache redigiert Die Zeitschrift, wie bekannt,
Baut „stylvoll“ auf im Humboldthain Die „geolog’sche Wand“.
Der Doctor Bahrfeldt weiss Bescheid Mit neu’ und altem Geld,
Sein Name glänzt in Brandenburg Auf numismafschem Feld.
Der Ritter sammelt Schätze ein Für unser Fortbestehn,
Und macht den lieben Säumigen Das Zahlen recht bequem.
So steht im Vorstand Jedermann Auch an dem rechten Platz,
Und hilft, auf weitem Arbeitsfeld Zu fördern manchen Schatz.
Dass der Verein auch weiter blüh’ Und wirke fern und nah,
D’rauf trinken wir und rufen aus: „Hoch Brandenburgia!“
W. L.