Heft 
(1896) 5
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Bericht über die Feier des Stiftungsfestes.

Fräulein Josephine Freytag ergriff demnächst das Wort, um An­erkennung und Dank dem Vorstande insbesondere auszusprechen. Frl. Wihelmine Weyergang schloss sich der Rednerin an,

In schwungvollen Worten toastete H. Geheimrat Liebenow auf die Damen; worauf das vom Herrn Dr. Otto Franz Gensichen ver­fasste Tafellied, nach der MelodieIch weiss nicht, was soll es be­deuten angestimmt wurde:

Wohl preist man in unseren Tagen Fast nur der Gegenwart Ruhm,

Ich aber will Rühmliches sagen Von dem klassischen Altertum.

Denn es tönt mir verlockend zum Ohre:

Wie galant war die Zeit, die so fern!

Sei den Griechen liiess ein Wort, hiessKore

SoMädchen wieAugenstern.

Es gilt von den Römern ein Gleiches,

DennMädchen wieAugenstern hiess DortPupilla, ein Wort, das des Reiches Grenzmarken weltwandernd verliess.

Wird derAugenstern doch in Spanien,

In Italien, im fränkischen Land,

In England, sowie in Germanien Noch heutePupille genannt.

So haben die klassischen Alten Feinsinnig und höflich betont,

Dass Jedem mit magischem Walten Ein Mädchen im Augenstern wohnt.

Ist das Weib doch die Seele des Lebens,

Und das Auge, dies helldunkle Bild Des geheimnissvoll seelischen Webens,

Drum mit Recht als ein Weibliches gilt.

Denn gleich wie die Augen erst krönen Mit herrlichster Schönheit den Leib,

So ist alles irdischen Schönen Aufleuchten des Auge das Weib.

Und weil wir das All und das Leben Nur im Spiegel der Augen erschaun,

Weil erst sie es zur Schönheit erheben,

Drum: ein Hoch unsren Augen, den Fraun!

Herr Buchhändler Buschbeck knüpfte an den Damentoast eine launige Variante; Herr Gustos Buchholz trank auf die Gäste, und Herr Hofgoldschmied Telge gedachte der Konzertsängerin Frl. Martha