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Bericht über die 2. (1. Arbeits-) Sitzung des V. Vereinsjahres.
Mir fällt bei dem Volksausdruck „Kokeluke“ das russische Wort Kokluoxa = Kok’ljucha ein, fast gleichlautend; bedeutet = Klöppel, Glockenklöppel.“
In der That hat der frische, grüne, bez. graue Kienapfel Aehn- lichkeit mit dem Glockenklöppel. Auch würde derartige Bedeutung gut zu dem oben erwähnten Verse und Spiele sowie zu dem damit verknüpften Brandaberglauben passen.
Wollen Sie für unsere „Brandenburgia“ vorstehende Mitteilung benutzen, soll es mich freuen. Vielleicht auch geben gleich mir „geborene Potsdamer“ weitere Auskunft.“
12. Geheimrat Dr. Wilhelm Schwartz theilt Herrn E. Friedel mit, dass er in Folge der von Schulenburg’schen Anregung in Sputen- dorf bei Gross-Beeren Nachfrage gehalten, aber den Bescheid erhalten habe, der Ausdruck Kuckeluren sei daselbst im Volksmunde unbekannt.
13. „Das Tierreich. Eine Zusammenstellung und Kennzeichnung der recenten Tierformen. Herausgegeben von der Deutschen Zoologischen Gesellschaft.“ Generalredakteur: Franz Eilhard Schulze. Herr Geh. Reg.-Rt. Dr. Schulze hat Herrn E. Friedel die Probelieferung: „Heliozoa, bearbeitet von Dr. Fritz Schandinn“ Berlin 1896 mitgeteilt. Herr Friedel bemerkt dazu Folgendes. Dies im Verlag unseres Mitgliedes Herrn Buschbeck (in Firma R. Friedländer und Sohn) erscheinende Riesenwerk erfordert bis zur Fertigstellung etwa 25 Jahr und gereicht deutschem Forscher-Fleiss zur grössten Ehre, um so mehr als bei dem deutschen Gelehrten, der Eigenart unseres Volkscharakters entsprechend, mehr die Neigung zur Vertiefung in die Analyse vorherrscht, während die grössten Arbeiten der Synthese (wenn wir von Al. v. Humboldt’s Kosmos und wenigen anderen deutschen Standardworks verwandter Art absehen) mehr den Ausländern, insbesondere den kühneren Engländern und Franzosen zufallen. Seit Linne’s Systema Naturae ist nicht wieder der Versuch gemacht worden, sämtliche lebende Tierformen in Einem Werke systematisch zu behandeln. Die Zahl der bekannten Arten ist seitdem ins Ungemessene gewachsen. Die einheitliche Durchführung des Werkes ist durch eine Reihe wohldurchdachter Bestimmungen gesichert. So gelten für die Benennung der Tierformen und der systematischen Gruppen die von der D. Zool. Ges. angenommenen Regeln, für die Farbenbezeichnungeu Saccardo’s Chromotaxia, für Abkürzungen der Autorennamen die Berliner Autorenliste. Herrn Eilhard Schulze steht ein Redaktions-Ausschuss zur Seite, der aus dem Vorsitzenden der D. Zool. Ges., unserem Mitglied Geheimrat Dr. Karl Möbius u. A. zusammengesetzt ist.