Heft 
(1896) 5
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Bericht Ober die 2. (1. Arbeite-) Sitzung des V. Vereinsjahres.

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Auch die ungenügend beschriebenen und zweifelhaften Arten sowie die Unterarten und Varietäten, ferner wichtige Entwickelungsstufen, abweichende Generationen und besonders merkwürdige biologische Ver­hältnisse werden berücksichtigt, dgl. die geographische Verbreitung jeder Art, ebenso die wichtigste Literatur und sämmtliche synonyme Benennungen, damit das abgeschlossene Werk über jeden seit Einführung der binären Nomenklatur gebrauchten systematischen Namen Auskunft zu geben vermag. Dass viele Teile des Riesenwerks bei Beendigung desselben inzwischen unvollständig geworden sind, ist unvermeidlich, dieser Nachteil erscheint aber gegenüber dem immensen Vorteil, dass man ein, eine ganze Bibliothek ersetzendes Fundamentalwerk gewinnt, auf welches die gesamte Naturforscherschaft Rücksicht nehmen muss, ein geringer.

Da sämtliche lebende Tierformen der Provinz Brandenburg in demTierreich enthalten sein werden, so hat das Werk auch für unsere besondere Heimatkunde das grösste Interesse.

Dass die zu den Protozoen gehörigen Heliozoen für das Probeheft gewählt sind, hängt mit dem geringen Umfang dieser Tiergruppe zu­sammen, von welcher übrigens einige Arten auch in der Provinz Brandenburg Vorkommen.

Die Brandenburgs wünscht dem Epoche machenden Werk stetigen Fortgang und besten Erfolg.

14. Hexen-Baum und Hexen-Besen. Herr E. Friedel macht auf einen von ihm am Ostersonntag, den 5. April d. J. aufgefundenen Baum (Hainbuche, Carpinus Betulus L.) aufmerksam, welcher eine solche Menge von Hexenbesenbildungen aufweist, dass man ihn kurzweg einen Hexenbaum nennen kann. Der Baum steht in Witz- leben bei Charlottenburg auf sumpfigem Boden am Ostrande des Lietzen-Sees, ungefähr da, wo sich auf der Generalstabskarte der Fusspunkt des Buchstaben L in dem Namen Lietzen-See gedruckt be­findet. Aus dem Baumstamm wachsen vielfach Zweige kandelaberartig senkrecht in die Höhe, verdicken sich keulenartig am Ende und hierauf wiederum streben Gruppen von Zweigen, lichterartig aufwärts, auf denen nochmals andere stehen. Das Ganze wirrt sich vielfach durcheinander und giebt dem Baum, der zur Zeit noch kein neues Laub zeigt, ein seltsames, gespenstisches Aussehen, welches umsomehr auffällt, als in der Nähe mehrere durchaus normal gewachsene Hagebuchen-Bäume stehen. Der Baum ist am 7. d, M. von Herrn H. Maurer photographiert worden, nebst einem zweiten kleineren, der in der Nähe steht und in der Mitte des Stammes ebenfalls hexenbesenartige Auswüchse hat, wie dergleichen auch aus dem Stumpfende einer dritten Weissbuche emporsprossen. Die erstgenannte Hagebuche hat einen Meter über dem Erdboden gemessen,