Heft 
(1896) 5
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Bericht über die 2. J. Arbeite-) Sitzung des V. Vereinsjahres

Im 20. Jahre (1420) am 26. [?] März ist die Stadt Angermünde erobert worden und hat er (Friedrich) am folgenden Tage in der Stadt Anger­münde obgesiegt und 403 Gefangene gemacht und ihnen fünfhundert Pferde abgenommen, ausser denen die unversehens davonliefen, und hat zwei Banner erbeutet, welche noch jetzt in der Marienkirche zu Berlin hängen.

Im Jahre des Herrn 1425 am 15. Februar wurde die Stadt Prenzlau den Stettiner Herzogen [für per duces ist ducibus zu lesen] heimlich überliefert.

Im Jahre des Herrn 1426 am 23. August ward die Stadt Prenzlau von dem berühmten Fürsten Herrn Markgrafen Johann wiedererobert unter gerechten und merkwürdigen Abmachungen.*) **)

Im Jahre des Herrn 1432 im Osterfeste belagerten die ketzerischen Hussiten die Stadt Bernau, doch am Donnerstag nach Ostern (24. April) zogen sie schimptlich und mit grossem Schaden wieder ab.**)

In demselben Jahre (1434 am 20. September) wurde der Chor der Sankt Petrikirche [in Kölln] geweiht und der Kirchhof entsühnt. Und zur selben Zeit war eine Ueberschwemmung, welche vielen Schaden brachte.

Im Jahre des Herrn 1432 am 8. Juni ward die Vereinigung der Städte Berlin und Kölln beschlossen, wofür Gott Lob von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

23. Volkskunst. Von Robert Mielke. Mit 85 Abbildungen. Magdeburg 1896. Verlag von Walther Niemann. 123 S. gr. 8. Der Verfasser, unser Mitglied, welcher, wie wir aus seinem lehrreichen Aufsatz im Archiv der Brandenburgia (I. 1894 S. 104 flg.)Das Bauern­haus in der Mark erfahren, gern der volkstümlichen Arbeit und Kunst überall nachgespürt und zu diesem Zweck weite Reisen bis nach Asien und Afrika hinein, unternommen hat, legt in dem ansprechend ausge­statteten Büchlein seine Anschauungen über das Wesen der Volkskunst dar, welche sich, wie die Verhältnisse nun einmal bei uns kulturge­schichtlich entwickelt worden sind, hauptsächlich nur noch in den klein­bürgerlichen, besonders aber in den ländlichen Wirtschaften erhalten hat. Die Kunst der Bauern gruppiert sich (S. 49) um das ganze Schaffensgebiet dieses arbeitsamen Standes. Haus, Herd, Wohnung, Hausrat, Werkzeuge, Trachten, Schmuck, Bilder, bilden dasselbe im

*) Ende des 17. Jahrh. waren sie noch dort vorhanden.

**) Eie beiden Bürgermeister Zabel Grieben und Klaus Beltz wurden hinge­richtet, nachdem ihnen zuvor als Meineidigen die rechten Hände abgehauen. Die letzteren, im mumifizierten Zustande, befinden sich im Märkischen Museum erhalten. Vgl.Die Quitzows und ihre Zeit von Fr. von Klöden. Herausgeg. von E. Friedel 1890 3. Bd. S. 483 und 503.

** Vgl, Monatsblatt der Brandenburgia I. S. 88.