Bericht über die 2. (1. Arbeits-) Sitzung des V. Vereinsjahres.
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Wintermarsch durch die Mark Brandenburg 1850/51. Der Vortrag wurde mit grossen Beifall aufgenonimen. Wir bringen denselben hier unten.
Erinnerungen an den hessischen Feldzug und einen Winter- marsch durch die Mark Brandenburg.
von Karl Euler.
Lang, lang ist’s her! Im Jahre 1850 fand der Feldzug statt, unrühmlichen Angedenkens. Unblutig ist er verlaufen, nur ein Ereignis ragt als Markstein aus ihm hervor: die grosse unblutige „Schlacht bei Bronnzell“. Doch halt! unblutig war sie doch nicht; ein Schimmel wurde verwundet und ein Offizierpaletot erhielt einen Schuss! Ersteres ist geschichtlich beglaubigt, letzteres lebt im Munde der Sage.
In welchem Zusammenhang steht nun der hessische Feldzug und die Schlacht in dem fernliegenden hessischen Dorf mit dem Wintermarsch durch die Mark Brandenburg? Das will ich im folgenden kurz erzählen.
Ich muss aber etwas zurückgreifen. Im Frühjahre 1850 kam ich mit einem jüngeren Bruder vom Rhein (Bonn) nach Berlin, um neben der Fortsetzung der Studien unserer einjährig-freiwilligen Dienstpflicht zu genügen. Wir fanden Unterkunft in dem damals in Berlin stehenden vierzehnten Infanterie-Regiment.
Unser dreissig waren es, die zusammen einexerziert wurden. Als rechter stattlicher Flügelmann stand an der Spitze der jetzige Geheime Stadt-Baurat Dr. Hobrecht; ich selbst war erst der sechste im Gliede. A on andern Kameraden sei nur der jetzige Senats-Präsident am Kammergericht, Rathmann genannt.
Es war eine gemütliche Dienstzeit; das Verhältnis zu den Offizieren war ein freundliches, der Dienst war nicht übermässig angestrengt. Mein Bruder und ich erfreuten uns als Pfarrers-Söhne eines gewissen Wohlwollens des Regiments-Kommandeurs Oberst von Bahr; war derselbe doch selbst ursprünglich Theologe gewesen, hatte in den Befreiungs- kx-iegen mitgekämpft und war dann in der militärischen Laufbahn geblieben. Nach drei Monaten wurden wir bereits Vice-Unteroffiziere. Meine Kompagnie lag im Schlosse Monbijou, in den Räumen, in denen später das Hohenzollern-Museum Aufnahme gefunden hat, im Quartier. Das Exerzieren geschah unter den herrlichen, Schatten spendenden Bäumen des damals noch viel umfänglicheren Pax’kes.