Heft 
(1896) 5
Seite
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W. v. Schulenburg, Märkische Kräuterei aus dem Kreise Teltow .

Joldschu'm( Goldschaum).

Jorn, Joren, Jorden( Garten). Meist sagt man Hof für Garten, nur wenn man einen Garten anlegen will, sagt man: Joren anlegen.

jra'de( grade).

Jras( Gras).

Jrensse( Gränze).

jri'sen( greisen, grau).

Jro( Graben); Lu'derbuschjro( Luderbusch­graben).

Jröschen( Groschen), der Jrösche( der Groschen).

jro't( gross); jrö'ter, grösser. i'rschte( erste).

Jrumet( Grummet), das Heu, getrocknete

Gras, vom zweiten Schnitt, von der Nomåte( Nachmaht); der erste Schnitt heisst Vörmåte.

jrü'n, jrö'n( grün).

Jrundne'tele( Grundnessel). Jrüte( Grütze).

Jrütenmölder( Grützemüller). Jru'že( Rasen), auch bei den Wenden in der Niederlausitz gebräuchlich, wenn sie deutsch sprechen. Lausitz- serbisch ( wendisch) błomje Rasen.

-

issen( ist ein); isset( ist es).

I'serherte(= Eisenhärte), s. K.

I'serseje( Eisensegge), s. K.

ju'd, ju't( gut), vereinzelt jo'd; ju'den Man guter Mann).

Ju'le( Julje),

=

römischer Name.

julen( galten).

jult( galt).

Jurke( Gurke).

Kachel( Ofen).

Julia, ein heidnischer

Kaliten( Schmetterlinge jeder Art, gross

und klein).

kam( kam); ke'men( kamen). Kamele( Kamille).

Kamere( Kammer).

Kant, det( der Kanten), das Endstück vorn und hinten am Brot. Kapra lschaft( Korporalschaft). Katenschtert(= Katzenschwanz). kauschnü'tich( kiesättig), sagt man, wenn einer nicht essen will. kender, ke'ner, keindrer( keiner); häufig: ke'ner nich( keiner nicht), doppelte

Verneinung; solche ist auch im Wen­dischen.

Kerke( Kirche).

Kerner( Körner), meist Körner. Ke'senappe( Käsenäpfchen). Kesper( Kirsche).

Kespernbo'm, Kespanbo'm( Kirschbaum). Ke'tel( Kessel).

Kingere, Kingers( Kinder).

Kirche, bei Lucknwole( Luckenwalde ): Kerke.

Kürschte( Kirste), die harte Rinde vom Brot.

Klaue( Klaue); die zweigespaltenen Füsse bei Schaf, Ziege, Rindvieh heissen Klauen, Pferde und Esel haben Schue.or Klaue auch( Hand) in grober Umgangs­sprache.

klauen u't, z. B. de Schåpe( klauen aus) d. h scharren aus, wühlen aus mit den Klauen der Füsse. Klauen oft gebraucht auch für die Hände, ebenso in den Städten, daher die bildliche Redensart klauen für schreiben.

kleuen( spalten, kriegen Spalte und grosse Risse, kleiben auf).

kleuen up( spalten auf, durchschneiden). kleuich( geklöbt, aufgeklebt, auf­gespalten, auch aufgerissen). kle'n( klein); klender( kleiner). Klimperkü'le, ein gekrümmtes Holz mit

eisernen Ringen, das die Pferdehirten hatten, um damit zu rasseln und zu werfen. Ähnliche haben noch jetzt Hirten grösserer Herden( Rinder und Pferde) in Oberbayern , z. B. in Dachau ( bei München ).

Klockjras( Glockengras).

klu০k( klug).

biss

Klu't Lehm(= Klumpen Lehm). knapen( knallen mit der Peitsche). knapern( klappern, vom Storch); all­gemeiner: knepern.( do

Knapene'r, Knepene'r, Knapenar (= Storch), so genannt, weil er mit dem Schnabel knepert.

Kni'f, det(= kleine Sichel). Knoben( Knospen), Knobe( Knospe). Knö' de( Knoten).

Knödeln(= Kartoffeln), s. Knolln K. Knolen, Knulen( Kartoffeln).