Heft 
(1896) 5
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Land und Leute von Lebus.

Die Lebuser Hochfläche wird nun durch eine, allerdings viel un­bedeutendere Rinne als es die bisher genannten sind, in zwei Altschnitte ge­teilt. Zwischen Falkenhagen und Petershagen ist der Scheitelpunkt dieser Rinne. Nach Norden und nach Süden schliesst sich hier in einem Grunde eine Reihe von Seen aneinander, denen ähnlich, wie wir sie von Grunewald her kennen.

Der westliche Abschnitt hat bei lleinersdorf etwa seinen Mittel­punkt. Hier findet sich neben dem Ileinersdorfer See eine Meereshöhe vom 101 m, die höchste. Erhebung des Lebuser Plateaus. Nach allen Seiten dacht sich das Gelände ab, am gleichmässigsteii nach Süden zum Spreethal. In dieser Himmelsrichtung hat man hier einen unbeschreib­lich schönen Rlick: weite Ackerfelder, Dörfer, Strassen, Rusch, Wald

und Seen und endlich im Süden als Abschluss die dunkle Kuppe der Rauenschen Berge. Im Nordosten nach Müncheberg hin bewahrt das Gelände noch 80 bis 90 in Meereshöhe und flacht sich zum Roten Luch hin ganz allmählich ab. Während diese Abdachung überall mit einer Einebnung des Bodens verbunden ist*, treten am nordwestlichen Rande in der Umgebung von Buckow ganz ausserordentlich zerrissene Ober­flächenformen auf, die dem Abschnitt den Namen der Märkischen Schweiz eingetragen haben.

Mit der Höhenlage und der Gliederung hängt auch die Beschaffen­heit des Bodens zusammen. Im Mittelpunkte findet sich ein tragbarer Lehmboden. Der Grundsteuerreinertrag beträgt z. B. in lleinersdorf und dem benachbarten Arnsdorf pro Ilectar 10,84 M. Je näher die Dörfer dem südlichen und westlichen Rande liegen, desto sandiger wird der Boden und desto mehr sinkt der Grundsteuerreinertrag. Bei Münche­berg beträgt derselbe noch 14,88 M., bei Marxdorf 12,53 M., bei Falken­hagen 13,32 M., bei Eggersdorf 12,92 M., bei Tempelberg 13,14 M. und bei Steinhöfel 12,92 M. Noch näher dem Rande nimmt der Grund­steuerreinertrag weiter ab. Bei Dahmsdorf erreicht er 10,57 M., bei Münche­hofe 9,40 und bei Trebus 9,70 M. Wo der Sand endlich allein herrscht, wie an der ganzen westlichen Grenze, dort hört der Ackerbau gänzlich auf und die Kiefernhaide stellt sich ein. Auch in der Nähe der kleinen Rinne inmitten der Hochfläche tritt der Wald auf, obwohl nur in ge­ringer Ausdehnung, ein Zeichen, dass hier der Boden tragbar ist.

Was nun den östlichen Abschnitt der Hochfläche betrifft, so ist an diesem der Steilrand neben der Oder der merkwürdigste Bestand­teil. Auf der ganzen Linie ist der llang derartig schroff, dass er eine Beackerung nicht mehr zulässt. Oft sind auch steile Schluchten aus­gewaschen, so namentlich bei Lebus, wo einige Kegel und schmale Pla­teaus stehen geblieben sind, welche zur Anlage von Befestigungen auf­fordern mussten, wie die Tracliytkegel des Siebengebirges am Rhein.