19. (8. ordentl.) Versammlung des VI. Vereinsjahres.
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Fritz liebte Teltower Rüben; sie mussten aber scharf gewürzt sein und noch allerlei Zuthaten haben. Von anderen hochangesehenen Liebhabern der Teltower Rüben sei Goethe genannt.
Im „Verein für Volkskunde“ sprach vor kurzem Herr Sökeland über die Teltower Rübe und ihre mehr oder minder gelungenen Stellvertreter; ich habe darauf verzichtet, diese Angaben hier zu bringen, in der Meinung, dass Herr Sökeland vielleicht selber einen Bericht liefert.
Elszholtz bespricht sehr ausführlich alle möglichen Gemüse, hält sich aber nicht lange bei den navets (den Steckrüben) auf. Er sagt u. a. nur, sie seien „von unterschiedener Grösse, unter welchen die kleinsten am lieblichen Geschmack den Vorzug haben“. Von den Mohrrüben behauptet er, dass der Samen bei abnehmendem Monde ausgestreut werden müsste. Für die Beiss- oder roten Rüben giebt er ein Rezept an; sie wurden schon damals in unserer gewöhnlichen Weise „eingemacht“; doch brauchte man dazu neben Meerrettig auch Garbe und Wein. Ferner erfahren wir, dass man Cichorien-Wurzeln an Fleisch nahm oder in Zucker einkochte und auch (nebst den Blättern) zu Salat benutzte. Ebenfalls der Rettig ist bei abnehmendem Monde zu säen; „sintemahl der im wachsenden Mond auch den Mangel hat, dass er leicht in Samen gehet. Der Rettig gehöret vor die starcke Magen, der Radiess aber vor die zarten“. Haberwurtz (Tragopogon porrifolius L.) muss man in der Fasten mit abnehmendem Monde säen aufif gut Land. Wan sie in die Blume steigen, machet man von Latten und Stäbeln ein Gelender ümb das Bett“. Heutzutage dürfte dieses Gemüse, dessen Wurzeln auf verschiedene Art zur Verwendung kamen, nicht nur als altmodisch gelten, sondern wohl ganz unbekannt sein. Gern preist Elszholtz den „süssen Fenchel aus Welschland, welcher den Teutschen Fenchel an Gütigkeit weit übertrifft, also dass sich auch die rohen Stengel mit Amnuht essen lassen. Aber der Süsse verwandelt sich liier zu Lande leicht in den Gemeinen“.
Dies ist ein Schicksal, welches gewissermassen auch dem köstlichen Himmelsgeschenk, dem Wein, zuteil wird.
Schon vielmals ward in der „Brandenburgs“ in Vortrag und schriftlicher Mitteilung über den Weinbau der Mark berichtet; aber einige weitere Beiträge können noch nachtröpfeln, besonders, da Ihnen geehrte Anwesende — die vorhin erwähnten Kartoffeln, Rüben u. s. w. ein wenig zu trocken gewesen sein mögen.
Mit Hülfe von K. Neumann-Strela („Nat.-Ztg.“, 21. Nov. 97) kann ich Sie zum Pi’unksaale des neuen Schlosses führen, das Kurfürst Joachim II. in Cölln an der Spree und Berlin an Stelle der Burg errichten liess. (Ich möchte noch vorausschicken, dass Joachim II., mit dem Beinamen Ilector, von 1535—71 regierte und ein ebenso tapferer