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4. (2. ausserordentl.) Versammlung des VII. Vereinsjahres.
Das Haus ist 1734 vom Geheimen Rat Weinreich erbaut. Auf welche Weise Zieten in den Besitz kam, ist nicht bestimmt festgestellt. Thatsache ist, dass er nach dem siebenjährigen Kriege bis zu seinem Tode (1786) darin wohnte. Der grosse König hatte das Haus mehrmals betreten; so 1765 gelegentlich der Taufe des Zietenschen Kindes (Zieten hatte im 65. Jahr geheiratet), dann 1770 in Gemeinschaft mit dem Herzog von Braunschweig. Im Jahre 1886, 100 Jahre nach dem Tode des Generals, brachte der "Verein der Zieten-Husaren an dem Hause eine Gedenktafel au, die auf der Photographie sichtbar ist.
Die am 22. Juli 1893 infolge eines Wolkenbruchs eingetretene Strassen-Überschwemmung ist durch zwei vorgelegte; in der Gegend der Invaliden- und Garten-Strasse aufgenommene, Moment-Photographien fixiert worden. Die Strassen sind in der ganzen Breite mit Wasser bedeckt; man erkennt die Tiefe des Wassers an den darin passierenden Wagen und Pferden, welche letzteren zum Teil bis an den Bauch im Wasser stehen.
8. Herr Bauinspektor Pinkenburg spricht über das vom Magistrat herauszugebende Werk: „Die Brücken Berlins“ mit besonderer Berücksichtigung der geschichtlichen Entwicklung. Wenn das Werk fertig vorliegen wird, hoffen wir ein Referat aus berufener Feder bringen zu können.
4. (2. ausserord.)Versammlungdes VII. Vereinsjahres.
Sonntag, den 22. Mai 1898.
Wanderfahrt nach Oderberg in der Mark.
Mit dem fahrplanmässigen Sonderzuge um 7.10 früh fuhren etwa 70 Personen vom Stettiner Bahnhof ab. In Nieder-Finow wurde das bereitliegende Schiff bestiegen. Es war ein grosser Oderkalm, der mit Bohlen belegt und an den Seiten mit grünen Zweigen geschmückt war. Er wurde von einem Dampfer geschleppt. Oderberger Herren, unter ihnen Herr Bürgermeister Sieg und Herr Lehrer a. D. Lange, unser verehrtes Mitglied, nahmen uns an der Anlagestelle in Empfang. Bald glitten wir den Finowkanal hinab. Links begrenzt der Rand der Uckermark mit den bewaldeten Kuppen den Horizont und rechts schweift dei Blick über die grünen Wiesen des Oderbruches mit ihren Weiden- büschen bis zur Neuenhagener Insel, an deren Fuss das schlotreiclie Bralitz sich ausbreitet. Über der ganzen Landschaft lagerte ein grauer trüber Himmel. Bei der Ankunft auf Oderberger Gebiet begrüsste Herr Büigermeister Sieg die „Brandenburgs“ und wünschte derselben einen