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B. Seiffert, Bas Dominikanerkloster in Strausberg.
Requiems gesungen oder doch dies zu thun versprochen, wenn Geld oder Geldeswert dafür ins Klostersäcklein floss.
Das Strausherger Kloster ist allerdings kein reiches geworden, wie man das von so manchem andern hat rühmen hören, dazu waren die Einwohner der Stadt und Bewohner der Umgegend im allgemeinen von jeher viel zu wenig wohlhabend; immerhin aber lassen sich mehrere Schenkungen nachweisen.
So überliess im Jahre 1325 der Rat zu Eberswahle den Klöstern der Dominikaner zu Strausberg und der Minoriten in Anger in finde eine freie Hausstelle in Eberswalde, sofern sich die Mönche untadel- haft führen werden: „Nos consules ciuitatis Eucrswalde, Prior
totusque conueutus fratrum predicatorum in Struzeherghe ac Gardianus totusque conuentus fratrum minorum in angennunde tenore presencium recognoscimus publice protestantes, quod dicti consules ciuitatis Euerswoldensis antedictis fratribus vnam nrcam in ciuitate Euerswolde silam pure propter deum maturo consilio erogarunt libere et quiete sine omni exactione perpetuo possidendam, si dicti fratres decenter se gerunt ethoneste, sicud fratres se gerere tenentur Et si nichil criminosi ac visiosi notabilis operis manifesti perceptum fuerit ab eisdem. Si autem, quod deus auertat, aliquid viciosi et inlionesti eorum famam denigrans perpetraret, tune sepe dicti consules structuram super illa area factam sine fratrum dictormn rixa soluere debent et area cum structura cedere debet in usus consulum predictorum. Item condicio talis est adiecta, quod fratres aream eis datam nullo modo debent ampliare et sicud eis data, in tali spacio debent quiete possidere. — Datum anno domini M ° CCC°XNV° feria tercia ante mathei apostoli (17. September 1325).*)
Im Jahre 1412 vermachte Hermann Vorlaut, ein angesessener Strausberger, welchem ein Drittel des Dorfes Garzin als kurfürstliches Lehen**) gehörte, sein Haus, beim Kloster belegen:
„Witliken sy allen vromen luden, dy dessen brieff sien ofte hören lesen, dat wy Herman vorlaut vnd Margareta, myne eyelike bederfrouwe, hebben met wolbedachtem müde, friem willen vnd ganczer witschap snnder ennigherleye widdersprake vser eruen ofte behendicheit, dy dar vp vinden muchte, gheglieuen gesundes liues vnd myne erbar frouwe yn oreme lesten, na vser twier dode den brudern in Struzeberg prediker Ordens dat hus, dar ik yn wane, gelegen like iegeu orme Clostere, pür dui’ch godes wille vnnd vmme vnser sylen salicheit. Des hebben die vorbenummeden brudere vns vnd vnse ohlern entfangen yn ore bruderschap vnd delaftich gemaket eyner ewighen mysse. Des
*) Riedel I, 12. S. 291. No. 13.
**) Nach dem Lehnscopial bei Riedel III, 1. No. 52 S. 47.