124
B. Seiffert, Das Dominikanerkloster in Strausberg.
Requiems gesungen oder doch dies zu thun versprochen, wenn Geld oder Geldeswert dafür ins Klostersäcklein floss.
Das Strausberger Kloster ist allerdings kein reiches geworden, wie man das von so manchem andern hat rühmen hören, dazu waren die Einwohner der Stadt und Bewohner der Umgegend im allgemeinen von jeher viel zu wenig wohlhabend; immerhin aber lassen sich mehrere Schenkungen nachweisen.
So überliess im Jahre 1325 der Rat zu Eberswalde den Klöstern der Dominikaner zu Strausberg und der Minoriten in Angermünde eine freie Hausstelle in Eberswalde, sofern sich die Mönche untadelhaft führen werden:„ Nos consules ciuitatis Euerswalde, Prior totusque conuentus fratrum predicatorum in Struzeberghe ac Gardianus totusque conuentus fratrum minorum in angermunde tenore presencium recognoscimus publice protestantes, quod dicti consules ciuitatis Euerswoldensis antedictis fratribus vnam aream in ciuitate Euerswolde sitam pure propter deum maturo consilio erogarunt libere et quiete sine omni exactione perpetuo possidendam, si dicti fratres decenter se gerunt et honeste, sicud fratres se gerere tenentur Et si nichil criminosi ac visiosi notabilis operis manifesti perceptum fuerit ab eisdem. Si autem, quod deus auertat, aliquid viciosi et inhonesti eorum famam denigrans perpetraret, tunc sepe dicti consules structuram super illa area factam sine fratrum dictorum rixa soluere debent et area cum structura cedere debet in usus consulum predictorum. Item condicio talis est adiecta, quod fratres aream eis datam nullo modo debent ampliare et sicud eis data, in tali spacio debent quiete possidere. Datum anno domini M° CCC XXV feria tercia ante mathei apostoli( 17. September 1325).*)
Im Jahre 1412 vermachte Hermann Vorlaut, ein angesessener Strausberger, welchem ein Drittel des Dorfes Garzin als kurfürstliches Lehen**) gehörte, sein Haus, beim Kloster belegen:
Witliken sy allen vromen luden, dy dessen brieff sien ofte horen lesen, dat wy Herman vorlaut vnd Margareta, myne eyelike bederfrouwe, hebben met wolbedachtem mude, friem willen vnd ganczer witschap sunder ennigherleye widdersprake vser eruen ofte behendicheit, dy dar vp vinden muchte, ghegheuen gesundes liues vnd myne erbar frouwe yn oreme lesten, na vser twier dode den brudern in Struzeberg prediker ordens dat hus, dar ik yn wane, gelegen like iegen orme Clostere, pür durch godes wille vnnd vmme vnser sylen salicheit. Des hebben die vorbenummeden brudere vns vnd vnse oldern entfangen yn ore bruderschap vnd delaftich gemaket eyner ewighen mysse. Des
*) Riedel I, 12. S. 291. No. 13.
**) Nach dem Lehnscopial bei Riedel III, 1. No. 52 S. 47.