11. Seiffert, Das Dominikanerkloster in Strausberg.
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tu ey n tuchnisse vnd groter vrkunde, so hebbe herman vorlaut vorbe- immet mit rechter witschap myn yngesegel an dessen open brieff laten lienglten, dy gheglietten Anno dom. M°CCCC° darna in deine XII iare, des mandages vor vnser lenen frowen daghe wortewigynge (8. August 1412).*)
Die reichbegüterte Familie derer von Barfuss, welche ant 11. November 1454 mit 24 Hufen auf der Strausberger Feldmark, desgleichen mit der Mühle an dem Stadtgraben und dem Kirchlehen der St. Georgs- kapdle vor der Stadt belehnt wurden,**) überliessen dem Kloster den Zins der 24 Hufen; ferner musste, auf ihr Geheiss (seit 1421) der Pächter der ihnen gehörigen Gielsdorfer Mühle seine Pacht im Betrage von 3 Wispel Mehl alljährlich dem Kloster entrichten. Von den Herrn von Pfuel besass das Kloster ein Kapital von 15 Schock Groschen, die jährlich 1 Schock Zinsen brachten aus dem Gute Brunow; von den Waldows 2 Schock 46 Groschen und 4 Pfg. jährliche Zinsen, welche nebst 3 gemästeten Hühnern von 3 Bauern und einem Kossäten in Wilmersdorf aufgebracht wurden. Biese regelmässigen Hinkünfte werden nachgewiesen in einem Verzeichnis, welches nach Angaben des Priors bei der Säkularisation des Klosters aufgesetzt worden ist.***) Die Randbemerkung in demselben hat Perlitz zu der Vermutung bewogen, dass die Mönche, als die Auflösung ihres Klosters jeden Augenblick zu gewärtigen stand, vieles abgelöst, aufgesagt und beiseite geschleppt haben auf Weisung des Ordens, oder dass sie, um sich nachher davon gütlich zu thun, absichtlich manche Einkünfte niedriger angegeben oder auch ganz mit Stillschweigen übergangen haben. Ich kann mich dieser Auffassung nicht anschliessen, denn sonst bleibt doch verwunderlich, warum sie nicht auch darauf Bedacht genommen haben, vor allem die kostbaren Silbergeräte und Messgewänder, die beschlagnahmt wurden, zu rechter Zeit beiseite zu schaffen.
*) Riedel I, 12 Strausberg No. 23 und I, 24 S. 409 No. 114, wo 1415 steht. Das Original ist verloren.
**) Riedel I, 12 Strausberg Nr. 56.
***) Das bei Riedel nicht aufgenommene Schriftstück lautet: „Dit ist die vpbarunge des Klosters thu Strutzeberge predigers ordens: 12 Schilling gr buffen tins thu Strutzeberg van den Erbarn Barften gegewen. 1 schock thu Brunow Christoffel Terinow van den pulen gegewen. 3 winspel rneel in die Gilstorpsche malp, geweu die Barften im jar 14 c und im 21 jar. In Wilmerstorp van den van waldow gewen 1/2 schock Simon grote vnd 1 rockhun. 15 gr. michil winckelman. 1/2 schock peter Schröder teget (?) vnd 1 rockhun. 1 schock Bastian ukrow. 1/2 schock Jürgen wernicken-, 12 4 paul Seilhower vnd 1 rockhun. Darneben liebben wy einen wyn garden van einem morgenlande, den liebben wy sulwest angelegt. Item eine wesse vnd einen garden hinder dem Closter gegewen etc.“ Am Rand steht neben den Posten aus Wilmersdorf: „Diesse Summen haben die monich van des klosters guttern in wendig 5 jharen auffgehaben vndt hinwegk bracht.“ —