H. Keiffert, Das Dominikanerkloster in Strausberg.
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Dr. Taken den Vorschlag machen, die Brüder möchten sich gutwillig zu der Änderung bequemen. Da trat Nicolaus Pfuel im Namen der Mitbrüder auf und fragte: „Suntne omnes «jui hic ante nos fuerunt, con- demuati? quid nos iam cogimur plus servare «juam illi servaverunt?“ Er verliess darauf das Kloster, bezog 1443 die Universität Leipzig, I449 die in Erfurt und wurde 1460 als Prior des Strausberger Klosters eingesetzt und bestätigt. 1480 starb er.
Bruder Konrad Bäumlein, „ain Barfüsser“, hat 1499 in deutscher Sprache Predigten vom Sakrament und einige, andere Abhandlungen verfasst.*)
Nach Gründung der Universität Frankfurt a. O. zogen dorthin, um zu studieren: 1503 Bruder Matthäus Kraft und Bruder Bartholomäus, 1508 Pater Michel Zöllner, ein geborener Frankfurter, „Lektor des Strausberger Klosters“, 1528 Bruder Fabian Potberg aus Strausberg, „ein Armer“.
Aus den Aufzeichnungen des ältesten Stadtbuchs**) erhellt, dass die Klostermönche, auch Altaristeudienste in der Marienkirche versahen; so erhielten die Einkünfte des Eiendenaltars 1530 und 1540 der Pfaffe Merten Ritzke, 1531 Er. Job. Schynne, 1540 der Mönch C hristoffel.
Bei den Unterhandlungen wegen des Klosterinventars und Silberwerks wird der Pfaffe Matthäus Schönebeck genannt, der mit Ritzke, dem Pfarrer Ebel von der Marienkirche und dem ersten lutherischen Diakonus Matthäus Schütze dieserhalb nach Berlin fuhr.
Der letzte Prior, Georg Fürstenberg, von dem nachher die Rede sein wird, lebte nach Einziehung des Klosters bis 1552.
4. Die sogenannte Fürstengruft in der Klosterkirche.
de mehr das lebendige Bewusstsein von einer Thatsache schwindet, je mehr Generationen zwischen der Zeit eines Ereignisses und der Gegenwart dahingegangen sind, desto näher rückt die Gefahr, auf Kosten der geschichtlichen Wahrheit zu übertreiben, hinzuzudichten; schliesslich sitzt die durch Lokalpatriotismus künstlich genährte Verdrehtheit so fest, dass es Mühe kostet, die mündliche Überlieferung auf das richtige Mass ihrer urkundlichen Nachweisbarkeit einzuschränken.
Strausberg ist, trotz des Klosters mit der fürstlichen Herberge, trotz der kurfürstlichen Amtshauptleute, die über 30 Jahr von der Stadt aus das Rüdersdorfer Kalkbergwerk leiteten, trotz der eigenen hohen Gerichtsbarkeit und trotz der weiten Liegenschaften an Wald und Feld nie etwas andres gewesen als eine kleine Stadt; hat nie in glänzenden
*) Sie befinden sich als Ms. gern), fol. 88 und quart 182 und 194 in der Königl.
Bibliothek zu Berlin. Vielleicht ist ein Theologe so freundlich, dieselben eingehender zu studieren. **) Dasselbe reicht von 1530 bis 1545. —