Heft 
(1898) 7
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6. (4. ausserordentl.) Versammlung des VII. Vereinsjahres

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Farbe an. Loew gab bereits vor Jahrzehnten über die Ablagerungen des Kreuzberges folgendes Schema, das auch für diejenigen der benach­barten Rollberge, die nur eine Fortsetzung des Kreuz- und Tempelhofer Berges bilden, von grösstem Interesse erscheint:

Dammerde und Flugsand. 2 3 Fuss

Grobkörniger Diluvialsand ohne Geschiebe (d. h. Oberer

Diluvial-Hauptsand). 812

(zuunterst mit vereinzelten fossilen Säugetierrosten)

Grus (d. h. Obergrandbank).

Hauptlagerort der fossilen Säugetierreste (Ovibos moschatus u. s. w.) angeblich ursprünglicher (?) Lagerort' zweier geschliffener Steinbeile.*)

Fein- bis mittelkörniger Diluvialsand mit einzelnen Ge­schieben (d. h. Oberer Diluvial-Hauptsand) . ...

Thonmergel (d. h. Unterer Geschiebelehm).

Fein- bis mittelkörniger Diluvialsand mit einzelnen Ge­schieben .

Thonmergel.

Fein- bis mittelkörniger Diluvialsand mit einzelnen Ge­schieben .

Thonmergel.

Fein- bis mittelkörniger Diluvialsand mit einzelnen Ge­schieben .

Thonmergel (vertritt die Untergrandbank).

Fein- bis mittelkörniger Diluvialsand mit einzelnen Ge­schieben (d. h. Unterer Diluvial-Hauptsand) . ... zutiefst der Fund von Elephas primigenius (Stoss- zähne), fossile Säugetierreste durch die ganze Schichten­folge des Sandes unter dem Grus verteilt.

00 Fuss und tiefer

*) Vgl. E. Loew: Ueber das Zusammenvorkommen fossiler Tier­knochen mit Kunstprodukten in den Sandgruben des Kreuzbergs bei Berlin. Karstens Archiv f. Miner. 1835, Bd. VIII, S. 479, Taf. IX. Lossen a. a. 0. 927. In der Sitzung der Berl. Anthrop. Ges. vom 2. April 1870 legte der leider bald darauf im französischen Kriege an einer Wunde verstorbene Dr. Kunth, derselbe, dem wir die genaue Artbestimmung der Paludina diluviana verdanken, die 2 Stücke vor, einen bearbeiteten Sandstein und eine polierte Feuer­steinaxt. Kunth bemerkte dazu (Verhandl. S. 238):Die Sache hat damals grosses Aufsehen erregt; es ist eine Kommission an Ort und Stelle gewesen, und soweit es möglich war, ist konstatiert worden, dass diese beiden Stücke in unverletztem Gebirge gefunden worden sind. Es ist dies die früheste Notiz und meiner Ansicht nach die einzige über das Vorkommen von Feuersteinwaffen in älteren Erdschichten unserer Gegend. Nach dieser Äusserung und da sich Kunth damals gleichzeitig gegen andere vermeintliche palaeolithische Flintgeräte ausdrücklich ablehnend verhielt, muss man, per argumentum e contrario, schliessen, dass er die Karstenschen Funde, das