Kloster Zinna bei Jüterbog.
Gedenkblatt zur Wiedereinweihung der ehemaligen Klosterkirche am 2. April 185)8.
Von Friedrich Backschat.
Kerzen fangen An za glüh’n Auf dem Altar vor Marien Und ein süsser Weihrauchdnft Schwebt berauschend durch die Luft. Langsam öffnet sich die Thür,
Hundert Mönche geh’n herfttr,
Mönohe mit gesenktem Blick,
Auf den Stirnen Himmelsglück.
Singend wallt die fromme Schaar Bis zum leuchtenden Altar,
Wo die sieben Englein sind Um Marien und ihr Kind.
Und es steigt wie Orgelklang Auf zu Gott ihr Lohgesang:
„Gloria in excelsis!“
(Ludwig .Takobowski.)
Mit grosser Freude wird jeder Geschichtsfreund unserer Mark die endlich erfolgte Wiederherstellung der Klosterkirche von Zinna, der ältesten Cistercienser-Abtei unserer Provinz Brandenburg, begriisst haben. Trug man sieb doch schon länger als ein halbes Jahrhundert mit diesem pietätvollen Gedanken, der erst in diesem Jahre verwirklicht worden ist.
Schon Otto sagt am Schlüsse seines Aufsatzes über diese Kirche in den Veröffentlichungen des Thüringisch-Sächsischen Vereins, 1843, 1 ) er schliesse sich der herrschenden Absicht, die Klosterkirche wieder in einen würdigen Zustand zu setzen, freudig an. Und in der That, schon vor 50 Jahren wurden Kostenanschläge zu der geplanten Renovation angefertigt.
') Neue Mitteilungen aus dem Gebiete historisch-antiquarischer Forschungen. Im Namen des mit der Kgl. Universität Halle-Wittenberg verbundenen Thüringisch- Sächsischen Vereins für Erforschung des vaterländischen Altertums und Erhaltung seiner Denkmale, herausgegeben von dem Sekretair desselben K. Ed. Förstemann. Bd. VII. 1843. Halle und Nordhausen.
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