Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.
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hinzugezogen (vgl. Reg. No. 2, 3, 4, 8—13, 31, 43, 58, 66, 70—72). Wahrscheinlich wurde ihnen auch zugestanden, bei festlichen Gelegenheiten hischöflichen Ornat anzulegen. Wie die Abte von Lehnin Stadthäuser in Brandenburg und Berlin besassen, so hatten die Zinnaer Äbte eins in Berlin (Stralauerstrasse 50) und ein anderes in Jüterbog. 5 ) Schon im XIV. Jahrhundert besassen sie daselbst ein Absteigequartier, a° 1382 wurden zwei brauberechtigte Nachbarhäuser in Jüterbog zu einer Abtswohnung eingerichtet, die aber durch den Stadtbrand von 1478 zu Grunde ging. Der „Abtshof“, wie er heute noch erhalten ist (Planeberg 9), ist erst nach 1478 erbaut. Er ist ein eingeschossiger Backsteinbau mit gewölbten Räumen; die Fenster sind flachbogig geschlossen, die hohen Giebel abgetreppt.
Nach dem Abte war die wichtigste Person im Kloster der Prior. Stand der Abt an der Spitze des ganzen Klosters, so stand der Prior an der Spitze des Mönchskonventes; er nahm ihm die Beichte ab und vertrat den Abt in seiner Abwesenheit. Der Subprior, der öfter in den Urkunden erwähnt wird, vertrat den Prior.
Da gerade bei den Cisterciensern auf strenge Verwaltung des Klostervermögens, auf Ökonomie, auf Sorgfalt in der Haus- und Feldwirtschaft gehalten wurde, so war das Amt des Kelners und des Schatzmeisters von grosser Wichtigkeit, in Zinna scheint für diese beiden Ämter nur eine Person eingesetzt gewesen zu sein. (vgl. Reg. No. 40, cellarius et bursarius). Er hatte die Aufsicht über die Vorratskeller, die Berechnung der Einnahmen und Ausgaben, die Führung der Register über den Viehbestand und das Getreide auf den Vorwerken.
Andere Beamten waren noch: der Novizenmeister, Sakristan oder Custos, dem die äussere Ordnung des Gottesdienstes oblag,* der Cantor oder Bibliothekar, Siechenmeister, Remterverwahrer, Gastwirt (hospitu- larius), Pförtner (portarius), der die Fremden meldete und die Brüder viermal im Jahre zur Ader liess, der Werkmeister, der Kleidermeister und ausserdem noch Personen für wochenweis wechselnde Beschäftigungen.
Die Summe der Mönche bildete den Konvent (czamenunghe, sam- nunghe, conventus); wie auch noch heutzutage, unterschied man: die eigentlichen Mönche, Laienbrüder und Novizen.
Diese Halbmönche, Laienbrüder oder auch „bärtige Brüder“ genannt, waren für die Feldarbeit bestellt, damit die Mönche nicht von ihren gottesdienstlichen Verrichtungen im Kloster abgezogen wurden. Für zu entfernt liegende Ländereien wurden Vorwerke eingerichtet, auf die sich die Laienbrüder nach Beendigung ihres Tagewerkes zurückzogen.
Alles im Kloster war gemeinsam, so die Räume zum Schlafen (dormitorium), Essen (refectorium), Studieren (liberaria); man kannte
•) Ein Modell vom Abtsbof zu Jüterbog befindet sich im Schinkelmuseum zu Berlin,