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Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.
sagt, einem „Festungsthore nicht unähnlich, indem es mehrere gewölbte Bogen gehabt, auf welchen das steinerne Wohngebäude des Thorwächters, der zugleich Mönchs- und Conventsbruder gewesen, gestanden hat.“ 10 )
Das zweite Thor, auf der Nordseite, war das Thor, durch welches „fürstliche Personen ein- und auszogen“, es wurde also nur bei festlichen Gelegenheiten geöffnet.
Das Ganze wurde umflossen von der Nuthe und den von ihr abgeleiteten Armen (noch heute deutlich erkennbar).
Alle Gebäude innerhalb der Befestigung wurden überragt von der Klosterkirche, einer dreischiffigen Pfeilerbasilika. An die Südseite der Kirche schloss sich der Kreuzgang an, der, nach innen zu offen, den Mönchskirchhof umschloss. Im Westen lehnte sich der Kreuzgang (praeambulum) an das Wohnhaus der Mönche an, sodass sie durch den Krenzgang in die Kirche gelangen konnten, um dort zu den bestimmten Zeiten des Tages und der Nacht, geweckt durch den Klang des Bet- glöckleins, ihre Gebete und Andacht zu verrichten, und an Festtagen ihr „Gloria in excelsis“ erschallen zu lassen. (Noch jetzt linden sicli im südlichen Teile des Querschiffes an einem ca. 3—4 m über dem Fussboden liegenden Fenster Treppenstufen und Thürangeln; durch dieses sollen die Mönche bei Prozessionen in die Kirche gezogen sein).
Von den übrigen Gebäuden getrennt, an der Ostseite der Mauer, unweit des Hauptthores, lagen zwei Gebäude, das Abts- und das Siechenhaus. Diesen entsprechend, schloss sich auf der Westseite südlich an das Konventshaus der Mönche die Brauerei an.
Ausserdem zog sich an der Südseite eine Fülle von Baulichkeiten hin, die teils als Gast- und Wirtschaftsgebäude, teils als Handwerkshäuser ihre Verwendung fanden.
Nördlich von der Klosterkirche erhob sich, jedoch ausserhalb der Befestigung, aus demselben Material, wie die Kirche," erbaut, eine Kapelle für die Frauen, da nach der Ordensregel der Cistercienser „kein Frauenzimmer in die Klosterkirche kommen durfte.“
Das also wäre in grossen Umrissen ein Bild des Klosters um die Mitte des 14. Saec.
Wer heute nach Zinna kommt, findet freilich nur noch die Hälfte der angeführten Baulichkeiten und das übrige so entstellt und verbaut, dass es schwer hält, die Gebäude auf ihren früheren Zweck zurückzuführen. Mauer und Thore sind gefallen, und ungehindert schweift des Beschauers Blick über die Trümmer der Brauerei, den Mönchs-
10 ) Wahrscheinlich sprang hier die Mauer rechtwinklig heraus bis zu einem Aussenthore, sodass eine völlige Thorburg entstand. Mauerreste im Pfarrgarten lassen sich vielleicht darauf zurückführen. Heffter a. a. O. S. 284 spricht auch von einem Doppelthore. Analog übrigens bei Lehnin. Vgl. Dr. M. Heffter, Die Geschichte des Klosters Lehnin, Brdbrg. 1851, ’’