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Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.
Diese Mühlen wurden durch Halbmönche betrieben, und durch sie gewann das Kloster immer grösseren Reichtum, den es nicht in Truhen und Kisten vergrub, sondern zum Ankauf neuer Besitzungen und zur Erweiterung seiner Kulturen verwendete.
Sie errichteten Meiereien, legten Weinberge an,’ 9 ) erwarben Eigentum an der Elbinsel bei Pretzin und die Vogtei-Gerechtigkeit daselbst. So gewannen sie ein wohlabgerundetes Gebiet.
Die bedeutendste Erwerbung ist wohl die des Fleckens und der Burg Luckenwalde mit 11 dazugehörigen Dörfern „cum Omnibus silvetis et terminis et jurihus suis“, für die das Kloster Zinna 2500 Mark Brdb. Silbers, ungefähr 85 000 Mk. nach heutigem Gelde, und ausserdem noch 200 Mark Silber zur Erlangung des vollen Eigentums an den Erzbischof von Magdeburg und Andere zur Erlangung der Lehnshoheit zahlen musste. Einige Hebungen aus Dörfern, Haiden und Seeen wurden ihm auch von den Markgrafen überlassen. Die Schenkungsurkunden schliessen gewöhnlich mit dem Wunsche, dass der Gottesdienst im Kloster „desto fürder gebessert und gehalt werde“ oder sie legen dem Kloster die Verpflichtung auf, mit einer löblichen und herrlichen Memorien, Vigilien und Seelinessen gen Gott ewiglich zu gedenken alle Jahre der Erben und der Herrschaft des Kurfürsten.
Mögen nun hier der Vollständigkeit halber die Namen der Dörfer Platz finden, die einst, wenn auch nur kurze Zeit, zum Kloster Zinna gehört haben und fast alle, mit Ausnahme einiger Dörfer, die wüste geworden sind, im jetzigen Kreise Jüterbog—Luckenwalde liegen:
1. Dorf Zinna, von 1171—1547.
2. Kaltenhausen, nach 1171—1547.
8. Neuhof, nach 1171—1547.
4. Heinsdorf, nach 1191—1204.
5. Werder, nach 1192—1547.
6. Schlenzer, von 1204—1547.
7. Sernow 40 ), von 1208—1546.
8. Weimersdorf 41 ), von 1221 — 1547.
9. Bardenitz, von 1268—1547.
10. Pechüle, von 1268—1547.
11. Kemnitz, von 1265—1547.
12. Berkenbrück, von 1265—1547.
13. Luckenwalde, von 1285—1547.
14. Frankenfelde, von 1285—1547.
15. Gotesdorf, von 1285—1547.
16. Frankenförde, von 1285—1547.
") so in Dobbrikow: Weinberg; in Gottow: Eisenhammer. Berghaus I. 8. 512.
®> fragm. e Klosterchronik hat 1218. u ) fragm. hat 1222.