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Friedrich Blickschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.
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Berlin befinden sicli 2 Exemplare, einzelne Holzschnitte im Kunst- und Gewerbemuseum.
Fol. 1 trägt den Titel:
Novum beatae marie virginis psalterium de dulcissimis nove legis mirabilibus divini amoris refertis noviter ad turci conteritionem confectum.
Das Titelbild zeigt uns die Himmelskönigin von Strahlenglorie und Rosenkranz umgeben.
Etwas tiefer zur Rechten steht der Kaiser Friedrich III., zur Linken Maximilian I., jeder mit einem Panier, auf dem der doppelköpfige Reichsadler zu sehen ist; hinter jedem steht ein geharnischter Ritter mit einem Panier, in welchem sich in gespaltenem Felde der Branden- burgische Adler und Pommersche Greif zeigen. Im Vordergründe kuieen vier geistliche Personen, und zwar zur Rechten der Mutter Gottes, hinter dem Schilde des Anhaltiner Wappens ein Domgeistlicher, mit der Legende:
Adol. ppsi. mag. (= Adolphus prae-
positus Magdeburgensis).
Es ist dies Fürst Adolph von Anhalt, der 1488 Dompropst von Magdeburg wurde.
Hinter diesem kniet ein Geistlicher in derselben Tracht, vor sich ein Schild mit den drei Tartarenmützen des von Klitzingschen Wappens. Die von ihm ausgehende Legende:
Alber, cli dec. (= Albertus capituli decanus) beweist, dass hier Albert Klitzing gemeint ist, der 1487 und 1494 als Domdechant von Magdeburg genannt wird. 53 )
Zur Linken der Madonna kniet ein infulierter Abt, hinter einem Schilde, das in der Mitte mit einem aufgerichteten Krummstabe überdeckt ist, ein Kreuz enthält und in jeder der vier dadurch entstandenen Feldungen die Siglen M. 0. R. S. (Wappen des Klosters). Vor demselben steht die Bandschrift:
Nico abbas Cenne (= Nicolaus abbas Cennensis)
Nikolaus, Abt von Zinna und hinter ihm ein knieender Cistercienser-Möncli.
M ; Riedel, A XI, 442 . . . (Ao 1494) . . . Adolf! Fürst zw Anhalt etc., Thumprobst — Albrecht klytzing, Techand und Capittels gemeine der kirclien zw Magdburg.
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Titelblatt des Marienpsalters, hergestellt in der Klosterdruckerei. (Ältestes Druckwerk der Mark, V2 der natürlichen Grösse.)
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