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Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.
Auf Fol. 2. befindet sich in einer Holzschnitteinfassung von Blumen und dem Reichsadler die Nachricht, dass dieser Marienpsalter zu Ehren der heiligen Jungfrau von dem kaiserlichen Kapellan Herrmann Nitzsche- witz besorgt worden und in Zinna gedruckt sei:
utriusque juris consulti magno circa Oderam Franckfordensem civitatis prothonotario ad teucrorum conteritionem de novo legis dul- cissimis mirabilibus divini amovis flore uberrimis refertis confectum.
Anno domini Millesimo quadringentesimo octuogesiino nono illustrissimo Imperatori Friderico ex Luneborch delatum Et anno nona- gesimo secundo in mense Septembri ad illustrissimas cesarias regiasque manus principaliter presentatum nutu regio cesario jussu ab illustrissima romana Friderici imperatoris tercii Cancellaria exanimatum Cesareo sumptu ad imprimendum commissum Nunc et in TZenna Cisterciensis ordinis devoto claustro sub principatu domini domini Nicolai abbatis etc... ad Maximiliani regis etc. ... et „nunc“ invictissimi Imperatoris... honorem non sine modico sumptu impressum.“
Ferner besagt sie, dass das Buch dem Kaiser als Manuskript zu Händen gekommen, von seiner Kanzlei geprüft und dann vom Kaiser Maximilian zum Druck verordnet sei. Daraus geht hervor, dass der Marienpsalter erst nach 1492 gedruckt worden ist, denn Maximilian wurde erst 1493 Kaiser.
Das eigentliche Werk trägt 165 Holzschnitte aus der Geschichte der Maria, des Heilandes u. s. w., auf jedem Blatt einen. Seitenwandleisten sind zwei, die sich in sechs verschiedenen Formen wiederholen.
Der Nachfolger dieses tüchtigen Abtes Nikolaus war Benedikt. Er liess die Orgel in der Klosterkirche mit silbernen Pfeifen versehen, die aber später, wie schon erwähnt, in die Schlosskirche nach Halle gebracht wurde.
Noch einmal hatte das Kloster einen tüchtigen Abt in der Person des Abtes Matheus. Er wird uns als ein äusserst geschickter Mann gerühmt, der zu vielen Kommissionen gebraucht worden sei. Er habe beschlossen, so sagt er, „eine Ordnung zu machen, darzu uns dan die bossheit, so itzundt zu unsern gezeitten In aller weit von tage zu tage fast schrecklich überhandt nimpt, merglichen verursachet.“ Es ist dies die Polizeiverordnung für den Flecken Luckenwalde, vom 10. Mai 1540 (Reg. 81). Sehr interessant ist es, sie mit der Polizeiordnung über die äussere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage, für den Umfang der Provinz Braudenburg, vom 4. Juli 1898, zu vergleichen. Sie lautet:
„Wir Mattheus, Abt zur Zinna, Bekennen wor uns und unsere Nachkommen undt thun kundt mit diesem unserm Brieffe aller- menniglich, Sonderlichen aber euch, dem Rath und der gantzen gemeinde unsers Flecks Lukkenwalde . . .