Heft 
(1898) 7
Seite
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Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.

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1635 wurde nach Inhalt des zwischen dem Kaiser und dem Chur- fiirsten von Sachsen geschlossenen (Pirnaisclien oder Prager) Friedens das Erzbistum Magdeburg dem zweiten Sohne des Churfürsten Johann Georg, dem Herzog August, auf Lebenszeit überlassen, mit Ausnahme der vier Herrschaften und Ämter: Querfurt, Dahme, Burg und Jüterbog, welche der Churfürst von Sachsen selbst erhielt. Zu dem letzteren ge­hörte auch das Kloster Zinna mit Luckenwalde; dieses wurde jedoch davon getrennt und blieb bei Magdeburg.

Das ganze Erzstift gelangte endlich infolge des Westfälischen Friedens an das Brandenburgische Haus. Der schon 1598 zum Admini­strator des Erzbistums postulirt gewesene Markgraf Christian Wilhelm, der 7. Sohn des Churfürsten Joachim Friedrich von Brandenburg, hatte das Erzstift in den Unruhen des dreissigjährigen Krieges nicht behaupten können und das Stift verlassen müssen, worauf er der Administration förmlich für verlustig erklärt wurde. Am 28. Juli 1630 kam er unver­mutet nach Magdeburg und half im folgenden Jahre diese Stadt gegen Tilly mit der grössten Tapferkeit verteidigen; er hatte aber das Unglück gefangen zu werden, wurde verwundet ins Zelt Pappenheims gebracht und schmählich behandelt. Später wurde er dann nach seinem Schlosse Wolmirstedt gebracht.

Im Prager Frieden, wo, wie oben gesagt, der Herzog August von Sachsen zum Administrator von Magdeburg ernannt wurde, wurden dem Markgrafen Christian Wilhelm 12 000 Rthlr. zu seinem Unterhalt aus­gesetzt, die ihm der neue Administrator aus den Einkünften des Stifts zahlen musste; im Frieden aber erhielt er anstatt dieser Summe das Kloster und Amt Zinna nebst dem Amte Lohburg auf Lebenszeit mit allenZubehörungen und aller Gerichtbarkeit, das jus territorii allein ausgenommen, zur Nutzung. ImInstrumentum pacis Osnabr. ist Zinna mit einem ganzen Artikel bedacht. 56 )

*) Instr. pac. Osnabr. Articulus XIV.

1. De summa 12000 Imperialium Dn. Christiano Wilhelmo Marehioni Branden- burgico ex Archiepiscopatu Magdeburgensi quotannis solvendorum, conventum est, ut coenobium et Praefecturae Zina et Loburg, dicto Dn. Marehioni statim tradantur, cum omnibus pertinentiis et omnimoda Jurisdictione, solo territorii jure excepto: Atque his praefecturis idemMarchio utatur fruatur ad dies vitae, absque ulla rationum redditione: Hac tarnen lege, ut in Politicis et Ecclesiasticis nullum plane subditis afieratur praejudicium.

2. Quia porro ut totus Archi-Episcopatus, ita etiam jam nominatum coenobium et praefecturae, temporum injuria valde sunt devastatae: Ideo a modemo Dn. Admini­strators Dn. Marehioni, sine mora, ex collectis Archiepiscopatus ad hoc instituendis solvantur tria millia thalerorum Imperialium ab ipso Marchione vel ejus haeredibus non restituenda.

3. Praeterea placuit, ut post fata Dn. Marchionis, ratione et nomine non praes- titorum alimentorum, descendentibus ipsius eorumque haeredibus, liceat dictum coeno­bium atque praefecturas per integrum quinquennium retinere, iisque sine rationum redditione, cum omnibus suis pertinentiis et juribus uti frui. Elapso vero quinquennio,