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Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.
Administrator Christian Wilhelm starb am 1. Jan. 1665 zu Zinna; seine Eingeweide wurden, wie das Kirchenbuch besagt, vor dem Altar der Klosterkirche beigesetzt. Zinna und Loburg fielen nun weder an Herzog August von Sachsen. Nach dessen Tode kam Zinna mit allem Zubehör an Brandenburg, welches im Westfälischen Frieden die Anwartschaft auf das Erzstift erhalten hatte. ' T
1636 und 1639 wurde das Kloster von den'Schweden geplündert. Am 6. Juli 1680 liess sofort Kurfürst Friedrich Wilhelm durch den Obersten du Plessier Gouret von Zinna Besitz nehmen; von hier marschierte derselbe mit Gustav von Schulenburg und 400 Soldaten nach Halle, wo er im Namen des Kurfürsten die Huldigung annahm.
Am 27. August 1667 fand in Zinna die bekannte Versammlung statt, in welcher Chur-Brandenburg, Chur-Sachsen und das Fürstlich Braunschweigische Haus wegen einer anderen Ausprägung der Münzen übereinkamen. In dieser Münz-Konferenz wurde festgesetzt, dass von nun an die Cöllnische Mark fein Silber zu lO 1 ^ Thaler ausgeprägt werden solle. Diese Ausprägung wird gewöhnlich mit dem Namen der „Zinnaische Münzfuss“ bezeichnet; dieser Münzfuss bestand aber nur bis zum 16. Januar 1690.
Die Namen der „Advocati“ von Zinna sind folgende:
H. v. Dieskau 1428, G. v. Dieskau 1442, v. Sehlieben 1443, Knasten 1449, v. Sahne 1456, v. Liepski 1468, Marschall 1473, v. Tautenberg 1485, v. Thümen 1486, Freudemann 1504, Bötzel 1508, v. Canitz 1511, v. Thümen 1520.
Seit 1547 folgende Amtshauptleute:
v. Klitzing 1547, v. Königsmark 1558, v. Beust 1559, v. Winterfeld 1577, v. Saalgast 1587, v. Rochow 1600, v. Löben 1623, v. Rossow 1624, dann folgen eine Zeit lang blosse Amtsschreiber; erst 1656 wieder Kammerrat von Kraaz, 1656—1706. *"
Nach seinem Tode werden die Einkünfte einzelnen Offizieren als Gnadengehalt überwiesen, und zwar sind es:
v. Gersdorf 1707, v. Schertwitz 1732, Graf Dönhoff 1740, v. Forcade 1745. Seit 1751 findet Vererbpachtung statt.
Die kleineren vormaligen Yogteigeschäfte werden seit der Mitte des XVI. sec. durch Amtsschreiber besorgt:
Samstag seit 1555, Müller 1557, Stedeleben 1563—1600, Regast 1607, Rindorf 1609, Mangreif 1612, Olfenstädt 1614, Schubach 1628,
praedictae praefecturae, earundemque jurisdictio, reditus et proventus Archiepiscopo patui absque tergiversatione restituantur, nee superius memoratae summae titulo, quic- quam ulterius moveatur vel petatur. Et praedicta omnia observentur, etiamsi propter Dn. Elector. Brandenb. aequivalentem recompensationem Archiepiscopatus Magdeb. ad Dn. Electorem, ejusque haeredes et successores pervenerit.