Friedrich Backschat, Kloster Zinna bei Jüterbog.
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Falkenberg 1039, Herzberg 1654, Schulze 1658, Hiilso 1660, Hanel 1680. Seit 1678 erhalten sie den Titel Amtmänner: Stille 1687, Klos 1705, Vieth 1715, nur Pächter: Vieth (Sohn) 1730, Lttder 1748, Schmids 1763, Fähndrich 1764.
Landesherrliche Justiz- und Rentbeamte:
Klintzmann 1764, Schmalz 1782, Geschke 1786, Reinicke 1801—1810. Als nun die Justiz dem Stadtgerichte zu Luckenwalde überwiesen wurde, sind es noch blosse Rentbeamte:
Küst 1827, Neuhaus 1842, Schlichting 1850.
Der unter dem Kurfürsten Friedrich Wilhelm gebildete Zinnaer Amtskreis, der später der Luckenwalder Kreis genannt, bei dem als Herzogtum erworbenen Erzstift Magdeburg belassen und 1730 vom Könige Friedrich Wilhelm I. in Bezug auf Polizei-, Finanz- und Militärverwaltung der Kurmärkischen Kriegs- und Domänenkamtner zu Berlin überwiesen wurde, wurde infolge Kabinetsbefehls vom 18. IX. 1772 gänzlich zur Churmark geschlagen und 1773 auch in Landes-, Hoheits-, Justiz- und Kirchenangelegenheiten den Landeskollegien der Churmark untergeben, ohne jedoch in der Verfassung und „dem in jeder Provinz hergebrachten Rechte“ etwas zu ändern.
1760 statteten Kroaten des kaiserlichen Generals Lascy dem Kloster ihren Besuch ab.
1764—1777 wurde durch den König Friedrich II. bei dem Amte Zinna die Stadt mit einem Kostenaufwande von 72 255 Thlr. unter Benutzung des Materials der alten Klostergebäude aufgebaut und darin Weber aus der Oberlausitz angesiedelt. Zum Andenken daran wurde 1864 auf dem Marktplatze eine Statue des Königs Friedrich II aus Zinkguss, nach dem Modell von Caspary, errichtet. Friedrichs II. Bestrebungen sind von keinem grossen Erfolge gewesen, und wir können nur den Worten Brachvogels, der sich selbst eine Zeit lang in Zinna aufhielt, um seine Studien zu seinem historischen Roman „der deutsche Michael“ zu machen, beistimmen:
„Friedrichs H. Bemühungen anno 1764, hier eine Stadt zu gründen und durch Weber zu kolonisieren, um in die öde Gegend gewerbliches Treiben und Wohlstand zu bringen, ist gänzlich missglückt. Luckenwaldes Dampfmaschinen habens dem kanm aufblühenden Örtchen ange- than und armselig siecht es hin von Jahr zu Jahr, kann nicht leben und mag doch nicht sterben! Der grollende Geist der entwichenen Mönche, die Melancholie einer verronnenen, glücklicheren Zeit ruht wie ein Alp auf ihm, und wenn die Sonne sinkt, die Steinmassen rot goldig, wie im Feuer glühen und die Abendglocke dann ihre zitternde Stimme erhebt, ziehts gleich einem geisterhaften Weinen über die stille Ebene hin, — das Klagelied eines — Vergessenen!-“