466
16. (6. ordentl.) Versammlung des VII. Vereinsjahres.
genommen worden sind. Die Photocols sind im wesentlichen landschaftlicher Natur, trotz ihrer scheinbaren Kleinheit 5x8 nicht blos scharf und deutlich, sondern auch von künstlerischer Wirkung, wozu die prächtige Farbentönung nicht wenig beiträgt. Die Photocols erstrecken sich über ganz Deutschland und sollen allmählich über die Hauptländer Europas, ja die übrigen Erdteile ausgedehnt werden. Jedes Photocol trägt den Namen des Landes und der Provinz'nebst der Bezeichnung des Ortes, den derselbe vorstellt. Im Abonnement stellt sich der Preis des Photocols auf wenig mehr als 8 Pfg., ist also für das Gebotene äusserst billig zu nennen. Zur Aufbewahrung der Photocols dienen Albums. Dieselben sind gesondert nach Ländern und Landschaften (Provinzen pp.) vorhanden, 40—50 Seiten stark, eingeteilt in 150—200 Felder zur Aufnahme der Bilder, welche mit Streifchen, ähnlich wie die Postwertzeichen der Sammlungen, eingeklebt werden. Unter dem Felde steht kurz das Nötigste über die Örtlichkeit. Dann gehört zu jedem Album eine Vollkarte, welche die wirtschaftlich, landschaftlich, geschichtlich oder literarhistorisch wichtigsten Punkte nebst entsprechendem Text enthält, in Rundreiseform, ausgehend von und rückkehrend nach der Hauptstadt geordnet. Eine stumme Karte, wie die Vollkarte, 46 X 57 cm gross, bietet dein Sammler Gelegenheit, die gesammelten Photocols leicht gruppiren und einordnen zu können. Ein solches Sammelalbum mit den zwei Karten kostet, obwohl ansprechend ausgestattet, nur 2 Mark. Die Anwesenden überzeugten sich durch Einsichtnahme des Photocol-Albuins Berlin— Brandenburg, dass es sich hier um ein interessantes Illustrations- Unternehmen handelt, welches in erster Linie der Landes- und Heimatkunde zu Gute kommt. Es kann aber, abgesehen hiervon, auch wegen seines künstlerischen Wertes jedem Gebildeten empfohlen werden; für Schüler und Schülerinnen ist es ein vortreffliches Mittel zur Belebung des geographischen und geschichtlichen Unterrichts.
4. Herr E. Friedei legt die erschienenen drei ersten Hefte vor der „Mitteilungen aus dem Museum für deutsche Volkstrachten und Erzeugnisse des Hausgewerbes zu Berlin“, Klosterstr. 86, herausgegeben von dem Vorstande des Museumvereins, redigirt von Rudolf Virchow, A. Voss und II. Sökeland. Der Vortragende spricht mit vollster Anerkennung über den auch zur Förderung der Heimatkunde höchst nützlichen Verein, legt dessen Unterstützung den Mitgliedern der Brandenburgia warm an’s Herz und hebt die grossen Verdienste hervor, welche sich eine so ausgezeichnete Autorität wie Herr Geheimrat Virchow um die Begründung und Ausgestaltung des Volkstrachtenmuseums und dessen Verein erworben habe, indem er gleichzeitig zum fleissigen Besuch der Sammlungen einladet. Heft III enthält einen anschaulichen Aufsatz von Fräulein Julie Schlemm „Zur Volkskunde der Schwalm in Hessen“, welchen die kundige Verfasserin mit so