23. (9. ordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.
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mitten in seiner rastlosen Tätigkeit für beide Dinge zu Port of Spain auf der westindischen Insel Trinidad am 3. v. M. verstorben. Auch die hiesige Berliner Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte verliert in A. Bastian eins ihrer hervorragendsten Mitglieder, das wiederholt den Vorsitz führte. Ich bin seit fast 40 Jahren mit dem großen Gelehrten genau bekannt, ich darf wohl sagen: befreundet gewesen und wie er bei seiner universellen Völkerauftässung doch niemals das einzelne Volk, ja nicht den kleinsten Stamm übei’sah, vielmehr allem gedankenreich nachforschte, was sich von der Däinmerungszeit der Menschheit bis in die Gegenwart auf dem Erdball gerettet hat, so vei*- folgte er auch unsere heimatkundlichen Interessen mit gi’oßem Interesse und hat beispielsweise über die Urzeit unserer Niedex-lausitz, über die Anklänge, die aus germanischer Vorzeit sich durch die slavische Herrschaft bis in die Neuzeit erhalten haben, über märkische Sitten, Sagen und Gebräuche sich oft genug mit mir unterhalten. In diesem Sinne war er einer steten Entwickelung und regen Tätigkeit unserer Branden- burgia stets wohl gesinnt.
Selbstredend hat neben der Beidiner Anthropologischen Gesellschaft auch die hiesige Gesellschaft für Erdkunde durch Bastians Tod eiuen großen Vei’lust erlitten. Beide Gesellschaften haben im Museum für Völkerkunde am 11. eine Gedächtnisfeier abgehalten, deren Bericht ich Ihnen im Druck, geschmückt mit einem trefflichen Bildnis des großen Gelehrten, hiermit unterbreite. Der Vors, der B. A. G. Prof. Dr. Lissauer eröffnete die Feiex-, Prof. Dr. Karl von den Steinen hielt die Gedächtnisrede, dann folgte eine Ansprache des Vors, der G. f. E. Prof. Dr. Freiherrn von Richthofen, hierauf ein Schlußwort des stellv. Vors, erstgedachter Gesellschaft Prof. Dr. Waldeyer.
XXIII. Mit Bedauenx haben wir alle das plötzliche Abscheiden unseres Ehrenmitgliedes Staatsministers und Ministers des Innern, Freiherrn von Hammerstein-Loxten vernommen. Es erfolgte am 20. v. M. Minister Freiherr von Hammerstein war an einem Anfall von Asthma mit bedrohlicher Herzschwäche erkrankt. Im Laufe des heutigen Vormittags verschlimmerte sich sein Befinden, so daß Befürchtungen für das Leben des Ministers entstanden. Der Kaiser hatte Herrn Geheimrat von Lucanus zu dem Kranken entsandt, um sich nach dem Befinden des Ministers ei’kundigen zu lassen und den Generalstabsarzt von Leuthold ersucht, ihm fortdauernd über den Zustand des Ministers zu berichten. Auch die Kaiserin hatte sich nach dem Befinden des Patienten erkundigen lassen. Frau Minister v. Hammerstein, die erst vor wenigen Tagen, nach überstandener schwerer Krankheit nach Meran zur eigenen Erholung abgereist war, wurde telegraphisch zurückgerufen. Der behandelnde Arzt Di*. Weibchen-Berlin und auch Prof. v. Leyden hat sich in aufopfernder Weise des Patienten angenommen.