278 3. (1. ordentliche) und Haupt-Versammlung des XIV. Vereinsjahres.
(1888 fand ich darunter das kohlschwarz gewordene Stirnbein eines Menschen [jetzt im Märkischen Museum]), altalluvial und mesolithisch. Daneben habe ich aber auch wiederholt schwere Stücken eines viel festeren, fast braunkohleartigen holzigen Torfs gefunden, der von den Bohr- muscheln (Pholas) gern durchlöchert wird und u. a. gelegentlich Tannzapfen enthält. Er muß irgend wo in der Nordsee anstehen, sodaß die Bohrmuscheln ihn benutzen können. Es will mir sehr mit Hartz eiu- leuchten, daß dieser holzreiche Torf zwischeneiszeitlich ist. Der leichtere vorgedachte Torf entspricht, wie angedeutet, anscheinend dem Ostseetorf der Litorina-Senkung. Dieser geht zeitlich parallel den Kjökkenmöddinger der norddänischen Küsten, nur daß diese gehoben, die deutschen Ostseeküsten dagegen gesenkt sind. Die Kjökkenmöddinger Kultur, sowie die Kultur der, wie diese ebenfalls altalluvialen südschwedischen sogenannten Küstenfunde (z. B. in Schonen) ist mesolithisch, sowie die der Litorina-Periode bei Greifswald, beimSaaler und Barther Bodden, bei Lübeck-Travemünde und bei Kiel. In diesem Jahre werde ich den Litorinen-Scbichten der bezeichneten Ostseeküsten, sowie den versunkenen Mooren nördlich vor der Helgoländer Düne, vor Norderney und Borkum im Sommer hoffentlich wieder einige Wochen der Untersuchung, insbesondere nach der anthropologischen und archäologischen Seite hin, zuwenden können. Für Norddeutschland, wie schon angedeutet, einschließlich Brandenburgs, sind diese vor- und urgeschicht- lichen Spuren, z. B. zur Erklärung des Ganges und der Entwickelung unserer ältesten Vorzeitkultur, von allergrößter Bedeutung, sie würden es noch mehr sein, wenn unsere brandenburgischen Moore umfassender und besser nach der botanischen, zoologischen und archäologischen Seite hin erforscht wären. Immer und immer muß ich z. B. dabei bedauern, daß die üher hundert Jahr dauernde Ausbeutung unsers berühmten Linumer Torflagers nahezu ohne Gewinn für die genannten Wissenschaften erfolgt ist; ein geradezu unersetzlicher Schade ist dadurch der Heimatkunde unserer Mark zugefügt worden. Denn gerade bei Linum konnte mau an manchen Stellen ausgedehnte zwischeneiszeitliche Torfmoore erwarten. Was aber selbst nur ein kleines Torfmoor zu bieten in der Lage ist, haben wir an dem Niederlausitzer Moor von Klinge bei Kottbus aus den Arbeiten Alfred Nehrings u. A. ersehen. Vergl. No. 11 am Schluß.
13. Eduard Krause: Die Werktätigkeit der Vorzeit. Mit einer Einführung: Die Anfänge der Technik von Max von Eyth. (Bd. 5 vom Weltall und Menschheit). Ein wertvolles im besten Sinne volkstümliches Werk, das ich zur Anschaffung in unseren Kreisen empfehle. Ich erwähne einige interessante Kapitelüberschriften: Bearbeitung des Holzes und des Knochens. — Jagd- und Fischereigeräte. — Hausbau. — Das Feuer. — Der Töpferton. — Glas und Emaille. — Spinnen, Flechten und Weben. — Das Salz. — Das Kochen. — Die Me-