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Kleine Mitteilungen.
Kleine Mitteilungen.
Brauereiwesen zu Müncheberg. Bis zum 30 jührigen Kriege hatten die dortigen Braueigner das Recht, 18 Krüge d. h. Gasthöfe mit Bier zu versehen, aber durch furchtbaren Brand im Jahre 1641 waren sie außer Stand gesetzt, die Krüge zu befriedigen. So wandten sich viele Krüge von hier weg, und die Stadt behielt nur den Krugverlag für die Dörfer Tempelberg, Görisdorf, Rosenthal, Trebnitz, Wulckow, Hennersdorf, Jahnsfelde und Diedersdorf. — Früher besaß die Stadt 39 Braustellen und 13 Branntweinblasen, welche 79 Wispel 8 Scheffel Malz im Jahre 1800 (1719 aber 172 YV’ispel) verbrauten und 348 Tonnen Bier und 5059 fjuart Branntwein an die Schankkrüge absetzten. E. Sch.
Fürstenwaldes Brandjahre in älterer Zeit. Früheste Nachricht vom Jahre 1340. Daß die dadurch hervorgebrachte Not eine große war, geht daraus hervor, daß der Markgraf Ludwig, der sich vermutlich durch den eigenen Augenschein von dem ganzen Umfang dieses Unglücks überzeugt hatte, auf 6 Jahre die Stadt von allen öffentlichen Abgaben befreite, wie eine am 29. Januar zu Beeskow ausgefertigte Urkunde beweist. — Großen Brandschaden erlitt unsere Stadt im April 1576. Ein Blitzstrahl zündete die Kirche an. Das Feuer legte Türme, Glocken, Kirchendach und Sparrenwerk bis aufs Gewölbe und 2 Orgeln in Asche und ergriff auch das bischöfliche Schloß, das bis auf die Mauern ausbrannte. Auch über 90 Häuser der Stadt wurden eingeäschert. — Während des dreißigjährigen Krieges wurde Fürstenwalde im Oktober 1633 von den Truppen des Wallenstein in Brand gesteckt und fast ganz eingeäschert. — Eine Reihe von Bränden kamen vor zu Anfang des 18. Jahrhunderts, und zwar in den Jahren 1715, 1718, 1724, 1725, 1732 und 1740. — Im Jahre 1766 wurde die erneuerte Kirche wieder durch Brand zerstört. Es war am 2. Juli, abends 8,30 Uhr, als der Blitz in das obere Schallloch des Kirchturms einschlug. Der Turm brannte gänzlich aus. Es befanden sich damals in demselben 3 schöne große und 2 kleine Glocken: die große Glocke, die Mittelglocke, die Apostelglocke, die Klingelglocke und die Uhrglocke. Auch das ganze Kirchendach wurde zerstört und das schöne massive Kirchengewölbe arg beschädigt. — Auf ein weiteres Brandjahr wies früher eine Inschrift auf dem Flur des Hauses Nr. 40 hin, welche also lautete: „Im Jahre 1775, den 10. Januar früh um 1 Uhr strafte der liebe Gott mit Feuer und brenten Sechß Häuser ab, sodaß noch die dabey anstehenden Häuser schaden gelitten haben, aber der liebe Gott gab seinen Segen und regierte unsere weise Obrigkeit und des allergnädigsten Königs Herz und beschenkte die abgebrenten Bürger, Gott zu Ehren und der Stadt zum Ruhm.“ —Auch zu Anfang des 19. Jahrhunderts fanden viel Feuerschäden statt, z. B. 1818, wobei der Mietsmann Schmidt mit seiner Frau und 3 Kindern verbrannten, 1819 mehrere Scheunen, 1824, 1826, 1829, 1830 usw* Fiirstenw. Z. 14. 5. 1905.