Heft 
(1899) 8
Seite
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Kleine Mitteilungen.

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Florenbestandes anzusehen Der erste Finder war der emeritierte Lehrer Lux, dem die Frankfurter Flora schon manche schöne Beobachtung verdankt. Herr Lehrer Grunemann daselbst, der zu Pfingsten 1898 so gütig war, mich an den einen Fundort, die Wiesen zwischen dem Oderdamme und dem Farrwinkel zu führen, kennt die Pflanze dort und an einem etwa 2 km stromabwärts gelegenen Fundorte im Ochsenwerder seit 1893. Sie findet sich an der von mir besuchten Stelle unweit der Dammvorstadt, wenige Schritte von einer Haltestelle der elektrischen Bahn, in Vertiefungen der Wiesen in ziemlicher Zahl. Nach Herrn Grunemann ist diese Zahl von Jahr zu Jahr im Zunehmen begriffen, was jedenfalls auch für eine erst neuer­dings erfolgte Ansiedlung spricht.

Kleine Mitteilungen.

Die Lehmtråde( Kreis Teltow). Auf freier Erde wird Lehm hin­geschüttet, Wasser darauf gegossen und Stroh flach darüber gebreitet und dann mit den Beinen Stroh und Lehm durcheinandergetrampelt, so dass der Lehm an das Stroh anhackt und jeder Halm mit Lehm be­sudelt ist. Das heisst eine Lehmtråde. Dann zieht man Flusche von Stroh heraus, an dem der Lehm festhackt und macht lange Ssepe oder Pese daraus. Das geschieht, indem man das Stroh mit der Hand zusammen­dreht. Die Ssepe sind an einem Ende dick, am anderen laufen sie spitz zu, damit sie besser durch die Ståkhöltere durchgehen. Bei einem neuen Fack werden die Ssepe etwa 3 Fuss lang.

Die Ssepe wurden gebraucht beim Bau von Häusern aus Lehmfach­werk; jetzt nur noch zum Ausbessern. Man sieht sie öfter an alten Scheunen mit Strohdächern. In der Wand werden die Fächer von Balken gebildet. In die Riegel des Faches wurden oben Löcher ausge­hauen, etwa Handbreit von einander, und unten eine Rönne und dahinein die Ståk­höltere gekloppt. Die Ståkhöltere werden von Klafterholz, etwa 3 Fuss lang, je­kleut( jeklöbt, abgespalten). Um die Ståkhöltere in det Fack werden nun die Ssepe herum gedreht( herumgewunden), und von innen nach aussen oder blos auf einer Seite berappt und glatt jestriekt. Beim Berappen greift man mit der Hand

Lehm von der Lehmtråde und wirft ihn gegen die Ståkhöltere und die Ssepe. Dann wird er mit dem Glattholz glatt gestrichen. Dabei wirft man mit einem Strohwisch, den man in einen Eimer Wasser taucht, Wasser gegen die