Heft 
(1899) 8
Seite
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Kleine Mitteilungen.

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Wer sich von den geschätzten Lesern derBrandenburgs mehr für Cocciden (Schildläuse) interessieren sollte, dem empfehle ich u a. folgende Werke:

]. V. Signoret, Essai sur les Cochenilles ou Gallinsectes, 186876.

2. Ant. Berlese, Le Cocciniglie Italiane, 189398 (noch nicht vollständig).

3. Ant. Berlese e Gust. Leonardi, Annali di Agricoltura, 1898.

Für weiteres Untersuchungs - Material bin ich sehr dankbar; besonders erwünscht sind infizierte Äpfel, Birnen und Pflaumen.

Kleine Mitteilungen.

Zur märkischen Münzkunde. Auf eine vermutlich wenig bekannte Stelle zur märkischen Münzgeschichte möchte ich aufmerksam machen Es ist eine mecklenburgische Urkunde aus dem Jahre 1304 und abgedruckt in: liudloff, Mecklenb. Urk. No. LX1V und den Jahrb. f. meklenb. Geschichte etc. Band 7. 1842. S. 55. Es heisst dort:Wi markgreue Herman hebbet ghelaten

van der afäsprake, de wi hadden an deine lande to Stargarde,-behaluen

de munthige unde dat iseren to Lychen, dat scole wi beholden vnde vnse eruen, also dat dar brandenborghesche penninghe gan. B. M.

Steinzeitliche Werkzeuge. Ein seltener Fund, bestehend aus einem Meisel, einem Schaber und einer Hacke, ist vor längerer Zeit iu dem bei Biesenthal gelegenen Dorfe Prenden gemacht worden. Als Depotfund fanden sich weiter keine Bei­gaben zu den drei Stücken. Das Material, ein in der Mark nicht heimischer Thonschiefer, weist die Werkzeuge nach Thüringen, von wo aus in der Steinzeit nach den Untersuchungen Götzes ein leb­hafter Handel nach der unteren Oder ausging, der hier durch viele Fundsachen thüringischen Ur­sprungs belegt wird. Der Schaber (Abb. 1) ist ein etwa 13 cm langer, oben 3, unten 4 cm breiter Stein, der an der unteren breiten Seite sehr scharf zugeschliffen ist. Die Schneide steht etwas schräg zu der Längsachse, was wohl für einen bestimmten technischen Zweck ursprünglich beabsichtigt ist. An dem oberen etwas rauheren Ende ist eine Ecke abgesprungen. Der Meisel (Abb. 2) hat, wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, einen unregel­mässigen Querschnitt seine Längsausdehnung beträgt 14, seine grösste Breite 28 und seine rundlich geschliffene Schneideweite 1,7 cm Die Höhe des Querschnittes