P. Schmidt.
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zehnjährige Befreiung des Markgrafen im Rechte zu sein. Es wurde ein gerichtlicher Vergleich geschlossen. Weil der Müller die Mühle von Grund auf neu gebaut hatte, sollte er bis nächsten Martini abgabenfrei sein. Danach sollte er die Hälfte der sonstigen Pacht an Kaspar Wittbrietzen abführen, so lange die zehnjährige Befreiung dauert, und dann die Abgaben in voller Höhe entrichten. (Raumer, cod. dipl. Br. II. 173).
Kreusing legt demselben Streifcorps noch eine Gewaltthat zur Last: Es ist in diesem feindtlichen einfall auch die Kirche zu Eisholz spoliirt und ge- plündertt worden und zu erstattung desselben Schadens hatt der Bieschoff im viertten Jar nach der Belizischen Indulgentias gegeben. Diese Plünderung wäre nur vor dem Überfall von Beelitz jenen möglich gewesen, da ihnen nach der unmittelbar folgenden Abschliessung der Stadt Zeit und Gelegenheit fehlte. Das schwere Bedenken, dass dieser vorzeitige Raub den Einbruch’ verraten und den Hauptstreich, die Erbeutung einer ganzen Stadt, äusserst gefährden musste, unterstützt noch die Ausdrucksweise des Ablassbriefes 18/5. 1482, dass die Kirche „durch feindliche Einfälle“ der Kelche, Messgewänder und kirchlicher Kleinode, die zum Gottesdienst gehören, beraubt ist. Wir werden dadurch vielmehr auf die wiederholte Beunruhigung dieser Gegend im folgenden Winter hingewiesen, welche in der Lausitz ihren Stützpunkt hatte. Mehrfach unverstanden*) ist die Nachricht der Brietzener Chronik geblieben, dass am Abend Thomä (21/12) 1478 „die Netze“ vor die Stadt kamen und in den Dörfern plünderten, bei ihrem Rückzuge aber auf dem Felde von Woltersdorf ihre Beute und Tote in den Händen des Hauptmanns von Trebbin, Baltzers von Schlieben lassen mussten. (Riedel cod. dipl, D. 280.) Johanns von Sagan Macht war zwar bei Krossen 10/10 gebrochen, aber dem neuen Gegner des Kurfürsten, dem Könige Matthias sofort zugesellt. Der ungarische Hauptmann Jan Zeleni, dessen Name wohl zu der Umbildung Jancubke oder Jan Kuck aus Jakubke geführt hatte, war mit 1000 Mann Raizen, darunter etwa 800 Reiter, in Zossen eingerückt, das durch Aussterben der Herrn von Torgaw erledigte Lehen des Königs Matthias Von Herzog Hans waren 800 Mann, darunter 300 Reiter ebenfalls nach der Lausitz gezogen, und beide vereint hatten in nächtlichen Streifen bis vor Berlin einige zwanzig Dörfer auf dem Teltow und die Stadt Trebbin zum Hohn der ohnmächtigen Schlossbesatzung verbrannt. Obwohl diese Raitzen bei dem Plünderungszuge gegen Treuenbrietzen das Racheschwert des Vogtes von Trebbin 21/12. 1478 fühlten, schweiften sie verheerend weiter im Lande. Nach solchem neuen Einbruch erbat Balthasar von Schlieben 16/1.1479 von der Stadt Brandenburg Geschütze für Schloss Trebbin, wegen des „grossen Schadens, Hon und smaheit, die auf diesem Ort Landes geschieht.“ Denn er hat nicht Büchsen, den Feinden die Strasse über Trebbin zu wehren, dass sie nicht auf der Zauche oder vor Brandenburg Schaden thun. Brissen Donnerstag vor Anthony (Riedel 1. c. A. IX. 418). Albrecht meldete dem Herzog Wilhelm von Frankfurt 20/1 als neue Zeitung, dass dem Seleni in
*) Heffter (Urkundl. Chronik der alten Kreisstadt Jüterbogk. 1851.) Pischon (Urkundl. Geschichte der kurm. Stadt Treuenbrietzen 1871.) denken an räuberische Zigeunerhorden, die Raizen genannt wären.