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14. (7. ordentl.) Versammlung des VIII. Vereinsjahres.
A. Richter in Lehde). „Man nehme etwas Butter, lasse sie braun werden, thue einfach Bier, ein wenig Wasser, sanre Sahne, etwas Zwiebel, Gewürz, Pfeffer, Lorbeerblatt und Salz dazu und lege die frisch geschlachteten Fische hinein, lasse dieselben langsam fertig kochen, giesse nachher die Sauce ab und quirle dieselbe mit süsser Sahne und etwas Weizenmehl ab, beträufle die Sauce vor dem Servieren mit brauner Butter und übergiesse die Fische mit wenig Sauce“.
7. Ein neuer miocäner Sumpfcypressen-Wald.
Herr Sanitätsrat Dr. Robert Behla in Luckan, einer unserer eifrigsten heimatkundlichen Forscher, welchem wir wiederholt wertvolle Mitteilungen verdanken, hat mir aus dem Cottbuser Anzeiger vom 14. Januar 1900 folgende interessante Notiz zugehen lassen.
„Es sind nur wenige Jahre her, dass von der Grube „Viktoria bei Gross-Räschen (welche kürzlich von einem Brandunglück heimgesucht worden ist) die Kunde ging, dass im Tagebau derselben die Stämme und Wurzelstümpfe riesenhafter Bäume aus der Tertiärzeit biosgelegt worden seien Die ganze wissenschaftliche Welt beschäftigte sich mit dem interessanten Funde, und von den Fachmännern wurde nach eingehenden Untersuchungen testgestellt, dass es sich um die jetzt nur noch in Nordamerika, in den grossen Küstensümpfen am unteren Missisippi als Waldbaum heimische Sumpf- Cypresse (Taxodium distichum) handle, die also in der Urzeit auch in unserer Gegend grosse Sumpfstrecken bedeckt haben müsse. Die Funde erregten schon deshalb berechtigtes Aufsehen, als das fossile Vorkommen dieses Nadelbaumes bisher noch nirgends konstatiert worden war. Herr Sanitätsrat Dr. Behla-Luckau widmete dem Thema s. Zt. eine instruktive Abhandlung in den Spalten dieses Blattes. Diese Cypressenwälder, welche der Schichtung ihrer Reste nach mehrere Generationen erlebten, gingen durch irgend welche elementare Gewalten unter und wurden während der nachfolgenden Eiszeit von den Thon-, Sand- und Geschiebeführungen der Gletscher überdeckt. Aus den Nadeln, Zweigspitzen und abgestorbenen Ästen der Sumpfcypresse (dieselbe wirft nämlich im Gegensatz zu den meisten anderen Nadelhölzern alljährlich nicht nur sämtliche Nadeln, sondern auch die jüngsten Zweigspitzen ab) sowie aus Moosen und anderen niederen Sumpfgewächsen ist im Laufe ungezählter Jahrtausende die Kohle hervorgegangen, während die umgebrochenen Stämme und Wurzelstümpfe von oft gewaltigen Dimensionen in der wasserreichen Schicht unter Luftabschluss nicht verkohlten, sondern sich bis auf den heutigen Tag fast unverändert erhielten. Schon beim Bekanntwerden der Funde in der Grube „Viktoria“ wurde die Vermutung ausgesprochen, dass wahrscheinlich alle Kohlenlager der Lausitz aus untergegangenen und begrabenen Wäldern dieser Sumpfcypresse entstanden sein mögen. Diese Vermutung scheint sich allmählich vollständig bestätigen zu wollen. Auch in unserer benachbarten Braunkohlengrube „Guerini“ werden seit einiger Zeit die Stämme und Stümpfe von riesigen Nadelbäumen gefunden, die durch massenhaftes Vorkommen an vielen Stellen der eigentlichen Kohlengewinnung Schwierigkeiten bereiten, stückweise herausgehauen und