Heft 
(1899) 8
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14. (7. ordentl.) Versammlung des VIII. Vereinsjahres.

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bei Seite geräumt werden müssen. Die von der GrubeViktoria sehr abweichenden Abbauverhältnisse gestatten die genaue Feststellung der für die Sumpfcypresse charakteristischenKnuddeln oderKnubben der Wur­zeln allerdings nicht. Die Prüfung muss auf das Holz beschränkt bleiben. Dasselbe ist äusserst leicht spaltbar, stark querbrüchig, von hell- bis dunkel­brauner Farbe, ausgezeichnet erhalten und stimmt in seiner genau zu er­kennenden Struktur und Beschaffenheit mit dem Holze in der GrubeViktoria so augenfällig überein, dass ohne Zweifel anzunehmen ist, dass es sich auch hier um die Sumpfcypresse aus der Tertiärzeit handelt. Das Holz besitzt einen ausserordentlich hohen Heizwert, und den Arbeitern ist es gestattet, soviel als Brennholz für den eigenen Hausbedarf zu bergen, wie dies der ordnungsmässige Betrieb der Grube zulässt. Der grösste Teil des Holzes freilich bleibt in den ausgebeuteten Strecken liegen. Diese neue Fundstelle bietet einen weiteren wertvollen Beitrag für die Kenntnis des organischen Lebens in der Lausitz zur Urzeit,

Ich füge dem hinzu, dass das miocäne Suinpfcypressenholz sich zur Kunsttischlerei sehr wohl verwenden lässt und verweise im übrigen unsere Mitglieder und Leser auf meine einschläglichen Mitteilungen Brandenburgs III. 212 u. 271; IV. 147 u. 285; V. 289 u. VII. 362.

8. Berlin vor hundert Jahren. 1800. Saecularheft von Berliner Leben. Illustrierte Zeitschrift für Schönheit und Kunst. Unser Mitglied Herr Hofgoldsclnnied Paul Teige hat die Güte gehabt, mir dies interessante lieft, zu dem Herr Gotthilf Weiss­stein einen kurzen, aber vollkommen orientierenden Text geschrieben, mitzuteilen und ich lege es um so lieber vor, als wir bereits in der Sitzung am 3. k. M. eine gleichlautend betitelte Wanderung durch Berlin unter Führung von Hr. Gustav Albrecht mit Unterstützung von Projektionsbildern antreten werden.

Der sehr reiche Bilderschmuck, Häuser, Prospekte, Landschaftliches, Personen, Theater, Kleinkunst u. s. w. kann beim Herumgeben genügend eingesehen werden und bedarf kaum einer weiteren Erläuterung an dieser Stelle.

9. Das Pagenhaus, Berlin C., Holzgartenstrasse 8. Unter den in Nr. 8 beschriebenen Ansichten befindet sich auch eine solche des Paul Teigeschen Hauses, Holzgartenstrasse 8. Es liegt aui dem unter dem Grossen Kurfürsten angebauteu Stadtteil Friedrichswerder und blickt auf eint; interessante, deshalb von mir hier erwähnte Ent­stehungsgeschichte zurück. Dasselbe ist auf Befehl des Grossen Kurfürsten 1669 für seine Pagen erbaut worden. Vor 100 Jahren wohnten noch ein Pagen-Gouverneur mit zwei Hofmeistern, zwei Leib- und sechs Hof­pagen darin, auch ist der Name Pagenhaus noch lange haften geblieben. Der Erbauer war der Maurermeister Hans Schild. Herr Teige bemerkt dazu:Die Maurermedaille hing um den Hals einer miteingemauerten Hatte, die in dem Kalk mumifiziert war. Sie war eingemauert oben

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