Heft 
(1899) 8
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14. (7. ordentlj Versammlung des VIII. Vereinsjahres.

in der Mitte des Erkers. Die Hatte nebst Bindfaden war noch gut erhalten. Die heut vorgelegte bleierne gegossene Medaille von Grösse eines Zweimarkstücks zeigt auf der einen Seite erhaben, in einem Lorbeerkranz, Hammer und Kelle; in die platte Rückseite ist eingraviert

M.

Hans Schild 1669.

Tn dem Hause befindet sich noch aus Stein gehauen aus jener Zeit ein Kamin.

ln weiterem Sinne dürfte dieser höchst merkwürdige Befund unter die Bauopfer (vgl. meine bezügliche MitteilungenBrandenburgs IV. S. 252) fallen. Symbolisch kann der Akt so aufgefasst werden, dass dadurch das lästigste Ungeziefer, die Hausratte (Mus rattus) abgewehrt und gebannt werden sollte, die überall.im Hause, auch auf den Böden herumklettert, während die stärkere Wanderratte (Mus decumanus) die in mancher Beziehung noch bösartiger ist, im allgemeinen aber mehr die Keller und Parterre-Geschosse heinisucht, damals in Berlin noch nicht bekannt war. Das Haus ist von Herrn Paul Teige höchst ge­schmackvoll und stilecht restauriert worden.

Hierauf hielt Frau Dr. Elise Löwenheim geh. Röhn einen Vortrag, betitelt: Gustav Feckert, ein Berliner Künstler. Zur Veranschaulichung dieses mit vielem Beifall aufgenommenen Vortrags wareine kleine Ausstellung Feckertscher Meisterwerke veranstaltet worden. Das Märkische Museum hatte 6 Blätter Feckertscher Lithographien geliefert: 1. v. Miihler, I. Präs, des Obertribunals (Vater des Kultusministers), nach dem Begasschen Ölbild; 2. Major von Blesson (Komm, der Berliner Bürgerwehr) nach dem F. Schadovvscben Porträt; v. Wrangel, General-Feldmarschall, nach dem Fr. Krügers dien Kniestück; 4. L. Pelldram, fürstbischöflicher Delegat und Probst bei St. Hedwig zu] Berlin; 5. Kronprinz Friedrich als Bräutigam und t). Victoria Kronprinzessin Friedrich Wilhelm von Preussen nach dem bekannten Wiuterhalterschen Vollbilde.

Der Vorsitzende, Herr E. Friede], hatte das ihm gehörige Bild des Kommerzienrats Peter Louis Ravene ausgestellt, welches Feckert in vorzüglicher Weise nach dem berühmten Bilde von Knaus 1857 her­gestellt. Das Original-Ölgemälde ist von uns in der Raveneschen Gemälde­galerie am 15. Mai 1897 (Braiulenburgia VI.S.'59) bewundert worden*).

*) Peter Louis Ravend geh. 10. Febr. 1792, gest. 31. Dez. 1861, Grossvater des jetzigen Besitzers der Galerie, Rittergutsbesitzer Louis Ravend, geb. 13. Dez. 1855. Der einzige noch überlebende jüngste Sohn des Galeriebegründers, der Schauspiel­direktor Hans Ravend ist Zeitungsnachrichten zufolge kürzlich in Cleveland in Qliio durch einen unglücklichen Fall von einer Treppe ums Leben gekommen. Das ]oben erwähnte Feckertsche Bild bat Ravend meiner Mutter, vervv. Frau Dr. Luise Friedei, geh. Anschluss, verehrt. ' ' ' ' E. Fr.