Elise Löwenheim, Gustav Feckert.
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Die Rednerin und Verwandte derselben hatten neben verschiedenen Familienporträts, die Feckert in Pastell und schwarzer Kreide gezeichnet, ausgestellt, 1 von Feckertschen Steindruckbildern: E. Meyer- heim, Familienglück; 2. ders., Kirchgang; 3. Tidemand: Der erlegte Wolf (norwegisch); 4. L. Gallait, Schmerz vergessen.
C. Auf diesen Vortrag folgte als zweiter des Abends: Fräulein E. Lemke: Frösche und Kröten. Auch dieser Vortrag wurde mit grossem Beifall aufgenommen.
Beide Vorträge folgen als selbständige Aufsätze weiter unten.
Nach dem Schluss des wissenschaftlichen Teils fand im Ratskeller ein gemeinschaftliches Spreewälder Fischessen statt. Die geschmackvoll zubereiteten Fische fanden überall Anerkennung. Während der Tafel toastete Herr Direktor Müller auf die Gäste und Herr Superintendent Wegner brachte einen humorvollen Toast auf die Damen aus.
Gustav Feckert,
von Elise Löwenheim.
Hochverehrte Anwesende!
Vor wenigen Jahren wurde in unsrer Stadt das Standbild Alois Sennefelders, des Erfinders der Lithographie, errichtet. Hatte man schon vorher Kupfer und Stahl (im Kupfer- und Stahlstich) und Holz (im Holzschnitt) zur Vervielfältigung von Bild und Schrift verwendet, so wurde nun auch der Stein diesem Zwecke dienstbar gemacht. Ein merkwürdiges Spiel des Zufalls ist es, dass gerade der Stein am geeignetesten zu diesem Zwecke erscheint, in welchem schön die grosse Meisterin aller Meister — die Natur — die erhabenen Schriftzüge ihrer gewaltigen Geschichte so' bedeutungsvoll eingeschrieben hat und welcher deshalb für die Paläontologie von unschätzbarem Werte ist: nämlich der Stein aus den berühmten Brüchen von Solenhofen in Bayern. Und wir haben die Freude, dass eines der kostbarsten Stücke — das des Archäopterix — unser Museum für Naturkunde ziert, das nicht weniger als 20000 Mark gekostet hat! ‘
Sennefelder hatte nur die Absicht, durch seine Erfindung ein billigeres Verfahren zur Vervielfältigung seiner Schriften — denn er war in seinem späteren Leben Schriftsteller geworden — ausfindig zu machen. Bald aber verwandte man diese Technik auch zur Reproduktion von Landkarten und Bildern; letztere besonders zum Zwecke der Illustration.
Indessen vermbdhte die damalige Lithographie sich nicht zu einem höheren Kunstrange aufzuschwingen und reichte nicht entfernt an die