Heft 
(1904) 13
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6. (4. ausserordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.

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Schwerter, Dolche, Speere, Sporen u. dergl. können zwar vereinzelt auch zufällig in die Spree gefallen oder geworfen sein; es kann aber auch mancher blutige Straus auf dem Wasser oder auf der Brücke, oder auf dem Ufer ausgefochten sein, bei denen diese Waffen verloren gingen. Ein grosser Teil der Waffen lässt sich nach den Formen in die Zeit der Quitzow-Wirren, ein anderer Teil in die Zeit der Aufstände der Berliner Bürger in den 1440er Jahren schätzen und dürfte bei diesen Gelegenheiten an die Fundstelle gelangt sein. Andere, wie z. B. die Dolche mit den wulstigen Parierstücken aus Maserholz und einige der Speerspitzen, reichen zeitlich zurück bis in den Anfang des 13. Jahr­hunderts, ja bis in das 12. Jahrhundert.

XXXIV. Vortrag des Herrn Bibliothekars Dr. G. Albrecht: Kolonisation des Wendenlandes zur Askanierzeit. Wir hoffen den Vor­trag in einem der nächsten Hefte bringen zu können.

XXXV. Nach der Sitzung zwangloses Beisammensein im Rat­hauskeller.

6. (4. ausserordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.

Dienstag, den 7. Juni 1904, nachmittags.

Wanderfahrt nach Spandau, Valentinswerder und

Scharfenberg.

Zum Antritt der Wanderfahrt nach Spandau und Tegel hatte sich eine ganz besonders grosse Zahl von Mitgliedern eingefunden. Da die Teilnehmer aus den verschiedensten Gegenden unserer Stadt zusam­menströmten und fast alle Stationen der Stadtbahn zum Einsteigen be­nutzt wurden, so bildete erst der Bahnhof in Spandau den eigentlichen Sammelpunkt. Von hier aus begaben wir uns über die grosse. Havel­brücke am Denkmal Kaiser Friedrichs vorbei nach dem gegenüber der Garnisonkirche gelegenen Hafen. Dort lagen zwei grosse Dampfer, die u. M. Herr Paul Haberkern gestellt hatte, vor Anker, um uns nach dem diesem Herrn gehörigen Valentinswerder überzusetzen. Unter den Klängen der Musik fuhren wir über die herrliche Wasserfläche, während wir uns an den schönen Blicken ergötzten, die die abwechslungs­reichen Ufer den Augen boten. Im Restaurant der Insel wurde Halt gemacht und an den zwischen prächtigen, alten Linden aufgestellten Tischen der Kaffee eingenommen. Nachdem die Gesellschaft sich ge­stärkt hatte, gruppierte sie sich um Herrn Haberkern, um aus seinem Munde die hier folgende Darlegung über die Geschichte seines Besitz­tums zu vernehmen.