7. (5. ausserordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.
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der im Jahre 1280 ganz Berlin in Asche legte, auch ihr und dem Hospital ein Ende machte.
Als nach dem Brande der Wiederaufbau geschah, werden die massiven Wände entstanden sein, die uns jetzt hier einschliessen. Aber auch nur den Wänden können wir jenes Alter zusprechen; denn wir entnehmen einer 1720 im Turmknopf gefundenen lateinischen Pergament- Urkunde: „Anno 1476 ist der Heil. Geist-Turm neu gebaut und zum Teil die Kirche, was die Bedeckung anlangt, weil die Mauer noch im guten Stande gewesen.“ Da die Formen dieses schönen Sterngewölbes mit seinen Schlusssteinen, Gewölbe-Rippen und den figürlichen Konsolen derselben der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts entsprechen, so wird unter dem in der Urkunde gebrauchten Ausdruck „tectum“ nicht allein das Dach, sondern auch das den eigentlichen Kirchenraum bedeckende Gewölbe zu verstehen sein. Die Mauern allein sind noch in ihrer Hauptmasse dieselben, die ursprünglich, Ende 13. Jahrhunderts, beim ersten Massivbau dieser Kirche hergestellt wurden, wenn auch ihre äussere Architektur im Jahre 1476 und vielleicht noch nach den Beschädigungen durch die Explosion des Pulverturms von 1720 einige Änderungen erfahren hat.
Das überhaupt nur spärlich vorhandene mittelalterliche Urkunden- Material über Kirche und Hospital ist nur von geringem Interesse.
Im Bäckergildebi’ief von 1272 wird u. a. bestimmt, dass das in den Bäckerscharren Vorgefundene nicht vollwertige Brod den beiden Armenhöfen (Heil. Geist- und St. Georgen-Hospital) zufallen soll.
Der Gewandschneider-Gildebrief von 1288 enthält einen Artikel nach dem die neu aufgenommenen Meister 4 Schilling Pfennige und 2 Pfund Wachs geben sollen, wovon der Rat 2 Schillinge und 1 Pfund Wachs und je ein halb Pfund Wachs das Hospital zum Heil. Geist und das „Aussätzigen-Haus“ (womit damals das Georgen Hospital gemeint war) erhält.
Im Jahre 1313 schenkte ein Ritter, Borchard Grevelhout dem Priester und Verwalter des Hospitals zum Heil. Geist, Arnold, 4 Hufen Land in Weissensee mit der Aufgabe, für ihn und seine Nachkommen zu den Quartalszeiten zu beten und Messe zu lesen.
Dem Hospital waren in jener Zeit so reiche Geschenke zugeflossen, dass es 1319 vom Markgrafen Waldemar das Gut Heinersdorf bei Berlin für 150 Mark Silber kaufen konnte.
Aus dem Jahre 1381 ist eine Urkunde erhalten, nach der der Rat von Berlin dem George Wilke und seinem Sohn Johannes das Amt des Hospital-Vewalters für 22 Schock Groschen überträgt; „damit durch deren Weisheit, Vernunft und Vorsicht die mancherlei Gebrechen der armen Leute, sowohl im Geistlichen wie im Weltlichen, abgestellt würden“.
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