Heft 
(1904) 13
Seite
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Kleine Mitteilungen.

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Roß- und Kindsschädel aus den Abdeckereigruben am großen Ruppinschen See in das Wasser gelegt und damit Krebse, welche sich gern im Innern der Schädel ansiedelten, zahlreich gefangen hätten. E. Fr.

Versuch die Maränen zu marinieren, über einen Versuch, die Muränen zu marinieren, enthalten die Akten der Wriezener Hechtreißer- Innung folgendes Reskript des Königs Friedrichs II. v. 1. Juli 1783:

An

den Krieges und Steuer Rath Schwieger.

Bey Unseren General Directorio hat der hiesige Doctor medicinae Bloch [Brandenburgia VIII. 4!).] in Vorschlag gebracht, daß die in verschiedenen Seen in hiesiger Provintz und Pommern in merklicher Anzahl befindliche so genannte kleine Maränen zu desto beßern Absatz, als Neunaugen mariniert werden mögen. Da nun die nach der von ihm eingereichter Probe marinierte Fische noch nicht im Geschmacke die erforderliche Güte gehabt haben, so bleibt Euch hiermit überlaßen damit fernere Versuche anstellen, und dadurch den Absatz dieser Fische befördern zu laßen.

Der Kriegsrat Schwieger gab am 26. Juli 1783 dieses Reskript weiter an den Magistrat zu Wriezen;

Vorstehendes Notificatorium wird E: E: Magistrat zu Wrietzen mit der Aufgabe zugefertigt, solches dem respe: Publico bekannt zu machen, und es aufzumuntern, mit dem mariniren derer Maränen andenveits fernere Versuche zu machen, weil bekannter Maaßen diese Art Fische außerhalb Landes sehr beliebt und gut abzusetzen sind. Von dem Erfolg erwarte ich seiner Zeit Bericht.

Ein Bericht über den Erfolg ist bei den Akten nicht zu finden. Markus Elieser Bloch (17231799), Arzt in Berlin, war der größte Ichthyologe seiner Zeit. SeineAllgemeine Naturgeschichte der Fische, die 17821785 in 12 Bänden erschien, ist jetzt noch wertvoll. Seine Fischsammlung wurde dem Berliner Zoologischen Museum einverleibt.

Dr. Boettger-Wriezen.

Barben im Müggelsee. Von den Kleinfischern in Kietz-Coepenick | wurde im Frühjahr 1895 eine im Müggelsee gefangene 25 cm lange Fluß­barbe (Barbus fiuviatilis Ag.) an die Biologische Station Müggelsee in Friedrichs­hagen als angeblich ausländischer, ihnen unbekannter Fisch abgeliefert. Es illustriert dies Vorkommnis am besten die Seltenheit des sonst so gewöhnlichen Cypriniden in unserm See. Von H. Knauthe in der Allgemeinen Fischerei Zeitung vom 27. März 1895 mitgeteilt. Hierzu bemerke ich, daß Schulz, Fauna Marchica, Berlin 1845, die Barbe bereits aus der Oder und Warthe als nicht gar selten anführt und daß sie auch im brandenburgischen Anteil der Elbe bei Wittenberge vorkommt. Der Fisch liebt schnellfließendes, helles / Wasser mit kiesigem Grunde. Rogen und Leber gelten als giftig.

E. Friede!.