Heft 
(1904) 13
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Kleine Milteilungen.

beigemischten orgarnischen Stoffe und verhindern allenfalls den Austritt der Wasserstoffgase, oder erzeugen durch ihre Zersetzung aufs neue Wasser­stoffgas. Sobald das Wasser wieder durch Winde bewegt oder es kühler wird, hört demnach das Absterben der Fische auf, weil die Ursache desselben damit aufhört. Am meisten leiden die Fische in Gewässern, die modrigen schlammigen Untergrund haben und daher sehr krautwächsig sind. Die Erscheinung des Absterbens der Fische hat man aber nicht allein im Sommer, sondern auch im Winter, wenn flache, niedrige Gewässer mit dickem Eise belegt sind und wenn darnach mildes Winterwetter eintritt. Die Ursache ist ganz dieselbe, Mangel an sauerstoffhaltigem Wasser, aber besonders die Behinderung, daß das sich bildende Wasserstoffgas nicht entweichen kann. Man kann dann dem Übel dadurch Vorbeugen, daß man große Löcher in das Eis haut und dieselben offen hält. Man sieht dann, wie sich die Fische an diese Löcher drängen und ebenso ängstlich nach Luft schnappen, wie dies im Sommer geschieht, wenn das Wasser sehr faulicht ist. liecht auffällig ist das Sterben der Fische, wenn in kleinen Gewässern bei warmen windstillen Tagen Schafe gewaschen werden; infolge der dadurch bedingten schnellen Zersetzung findet man gewöhnlich Tags darauf sehr viele Fische gestorben, oder im Absterben begriffen. Tn diesen Ausführungen findet das Sterben der Fische im Straußbergsee seinen Grund. Auch das Sterben und Erkranken der Goldfische in den Teichen des Thier- gartens ist hierauf zurückzufiihren.

Beil. Tagebl. 1. 8. 1880.

Aus der Altmark. In den von den Elbdeichen umschlossenen, mit der Elbe nicht in direkter Verbindung stehenden Gewässern, den sogenannten Bracks, wird der Ertrag des Fischfangs, der sonst recht ergiebig war, in diesem Jahre nur gering sein. Eine große Zahl von Fischen, Aale, Hechte, Schleie u. s. w., ist im Eise erstickt. Man sieht die toten Fische in großer Menge auf dein Wasser schwimmen. Man hat durch Hauen von Löchern in das Eis den Fischen das Wasser offen zu halten versucht, bei dem unge­wöhnlich strengen Frost aber wurde dies Verfahren eingestellt.

Berl. Tagebl. 18. 2. 1893.

Ein Massensterben von Fischen ist in den letzten Tagen im Lauf der unteren Havel beobachtet worden. Tausende von kleineren und größeren toten Hechten, Barsche u. s. w. treiben auf der Oberfläche des Stromes. Allem Anscheine nach ist dieses Massensterben durch die letzten großen Gewitter hervorgerufen worden, indem durch die wolkenbruchartigen Kegcn- fälle unreines Wasser in die Havel getrieben worden ist.

Deutsche Tagesztg. 26. 7. 1901.

Tierschädel als Krebsfallen. Der Rektor Bartels teilt in einem Auf­satz: Geschichtliches und Sprachliches aus der Neu-Buppiner Feldmark (Märk. Zeitung 1902) mit, daß gegen Ende des 18. Jahrhunderts die Kinder