Die Herzogin Dorothea von Preußen.
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bedeutend. # Wir lernen ihn ermessen, wenn wir einen Blick werfen auf das von ihr im Jahre 1537 angelegte Garderobe-Inventar. Da finden wir zunächst eine große Zahl „weiter Röcke“, darunter das prachtvolle Staatskleid der Herzogin, einen leberfarbigen Atlasrock mit Hermelin gefüttert und reich mit goldenen und silbernen Schnüren besetzt. Wir begegnen dann den gestickten „engen Kleidern“. Unter ihnen sind bemerkenswert: „ein gestickter Rock mit Goldstoff, aufs welsche Muster gemacht“, mit einem, eine halbe Elle breiten perlengestickten Strich; 2 Kleider von grauem und braunem Taifet, daran ein Strich mit goldenen und silbernen Schnüren“, die Ärmel mit Perlen und Goldstickereien versehen u. s. w.
Die Instandhaltung und Vervollständigung der eigenen Garderobe, sowie der der weiblichen Dienerschaft verursachte der Fürstin mannigfache Arbeit. Sorgfältig achtete sie darauf, daß die erforderlichen Kleiderstoffe stets in ausreichendem Maße vorhanden waren. Abgebrauchte Kleidungsstücke wurden alsbald wieder ergänzt. Zu diesem Zwecke stand sie beständig mit Danziger, Leipziger und Nürnberger Kaufleuten und Krakauer Perlenhändlern in geschäftlicher Verbindung. So verschrie!) sie einmal aus Nürnberg „vom besten seidenen Gewand 20 Ellen Leibfarbe, 20 Ellen goldgelben Damast, einen schwarzen, ganz guten Sammet, 25 Ellen roten Damast, 20 Ellen leibfarbigen, 28 Ellen braunen und 8 Ellen aschfarbigen Damast, 3 Ellen aschfarbigen Tobin (Tafft), 8 Ellen braunen Sammet“ — außerdem einen bedeutenden Vorrat venetianischer Seide und venetianischer Borten, aus Krakau „ein Gestick uin des Herzogs Kappe“, aus Leipzig für sich und ihre Jungfern große und kleine Hüte, aus Warschau Schleier, seidene Gürtel und schöne Kämme. Um der neusten italienischen Mode huldigen zu können, wandte sie sich an den herzoglichen Geschäftsträger in Rom mit folgender Bitte: „Da Ihr Euch uns zu dienen mit allem Fleiße angeboten, so ist unser gnädiges Begehren, Ihr wollet uns etliche säuberliche Formen und Modelle, auf die welsche Art mit weißer Seide ausgenäht, sonderlich auf die neue Art, da die Leinwand ausgestochen und durch sonderliche Kunst mit Rosen und Blumenwerk wieder mit weißem Zwirn eingezogen wird, bestellen und mitbringen. Sonderlich aber geschähe das zu Gefallen, wenn Ihr uns irgend ein feines tugendsames Weib oder Jungfrau, die nicht leichtfertiger Art wäre, mit Euch brächtet, oder aber, wo diese nicht zu erlangen wäre, eine Mannsperson, die solche Modelle und Formen, desgleichen auch goldene Borten, so man itzo aus Welschland bringt, machen könne“.
Neben der Kleidung gab die Erneuerung und Instandhaltung des Schmuckes der Herzogin vielfältige Beschäftigung. Keine Fürstin kümmerte sich mehr um solche Dinge, keine war in ihren Bestellungen sorgsamer und genauer als sie. Einst sandte sie dem Goldarbeiter