Heft 
(1904) 13
Seite
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D. (7. ausserordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.

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Herzog Albrecht war nahezu 60 Jahre alt, als er sich am 16. Fe­bruar 1550 zu einer neuen Ehe mit der achtzehnjährigen Herzogin Anna Maria von Braunschweig entschloß. Sie war eine Tochter der Markgräfin Elisabeth von Brandenburg, die, eine Tochter des Kurfürsten Joachim I., in erster Ehe mit dem Herzog Erich 1. von Braunschweig- Wolfeubüttel vermählt war. An der Seite dieser zweiten Gemahlin be­zahlte Herzog Albrecht das ungetrübte Glück seiner ersten Ehe mit einer harten Schule voll Mißgeschicks.

9. (7. ausserordentliche) Versammlung * des XIII. Vereinsjahres.

Mittwoch, den 7. September 1904.

Mit Genehmigung des Kaiserlichen Gesundheitsamtes werden dessen Versuchsfelder zu Dahlem bei Steglitz besichtigt.

Vor dem Neubau der biologischen Abteilung des Kaiserlichen Reichs- Gesundheitsamtes hatten sich ungefähr 50 Mitglieder mit ihren Gästen eingefunden. Hier wurden sie von dem Direktor Herrn Geh. Regierungs­rat Dr. Ad er hold begrüßt und in einen Saal geleitet, der für einen kurzen Aufenthalt hergerichtet worden war.

Hier ergriff Herr Geheimrat Friedei zunächst das Wort und erinnerte daran, daß die Gesellschaft schon vor zwei Jahren die Ehre hatte, die Einrichtungen des Amtes in der Klopstockstraße besichtigen zu dürfen. Darauf nahm Herr Direktor Aderhold das Wort zu einer erläuternden Übersicht vor der Führung. Die biologische Abteilung soll die Land­wirtschaft fördern und zwar in einer ganz eigenartigen Weise, indem sie sich ein Gebiet neben den landwirtschaftlichen Hochschulen und den Versuchsanstalten für ihre Arbeiten sucht. Sie will die Kulturpflanzen studieren, wie sie von ihren Feinden gehemmt und von ihren Freunden gefördert werden; deshalb sollen hier gerade die kranken Kulturen gepflegt werden, um Mittel zu finden, die Feinde unschädlich zu machen. Eine solche wichtige Frage ist z. B. die der Knöllchen bei den Hülsen­früchten. Bei diesem Thema zeigte der Herr Redner ein Präparat von Erbsenwurzeln. Diese Knöllchen enthalten Bakterien, welche dafür sorgen, daß der Pflanze der Stickstoff der Luft zugänglich gemacht wird. Pflanzen mit möglichst vielen Knöllchen sind daher besonders erwünscht, denn sie erlangen einen üppigeren Wuchs als die übrigen. Man pflügt alsdann ein Ackerstück mit den grünen Pflanzen um und spricht von Gründüngung. Die Bakterien bleiben im Boden und wandern in die neue