Kleine Mitteilungen.
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der Fisch immer seltener geworden. In den 70 er Jahren als der Gastwirt Frieske Pächter des Berliner Ratskellers war, erschienen dort regelmäßig die großen Maränen des Pommerschen bei Stargard belegenen Madui-Sees, da Frieske einen Anteil an der Madui-Fischerei besaß.
Berlin, 9. Mai 1901. E. Friedei.
Brehm Tierleben. Bd. V. S. G14. M’Culloch berichtet von Seezungen, welche man mehrere Jahre lang in einem Gartenteich gehalten hatte und behauptet, daß sie hier noch einmal so groß und fett wurden als in der See. Ein anderer Fischer hat, nach Yarrell, Uber ein Jahrzehnt Zungen ins Süßwasser übergeführt; sie blieben in den Flüssen, gediehen vorzüglich, nahmen bedeutend zu an Gewicht und pflanzten sich fort.*)
Es sollten auch in unseren Binnengewässern Versuche mit der mindestens heitweiligen Eingewöhnung von Plattfischen z. B. Flundern gemacht werden. Flundern sind z. B. im Rhein bei Straßburg und in der Elbe bei unserm märkischen Wittenberge gelegentlich gefangen worden.
E. Friedei.
Fischotterjagden im Müggelsee haben in der letzten Zeit mehrfach stattgefunden, da sich der gefährliche Fischräuber dort sehr bemerkbar macht, und allem Anschein nach eine größere Zahl jener Tiere sich in dem See aufhalten. Besonders oft sind sie auf der Friedrichshagener und auf der Neu- Rahnsdorfer Seite wahrgenommen, und hier ist es denn auch gelangen, mehrere der Räuber abzuschießen. Bei der außerordentlichen Geschicklichkeit, welche die Otter entwickelt, dürfte es jedoch schwer halten, die Tiere gänzlich auszurotten, umsoweniger, als sie fast nur Nachts auf den Fluten des Sees bemerkt werden. Leider ist auch die biologische Station am Müggelsee schon mehrfach durch die Fischottern beunruhigt worden.
Berl. Tagebl. 24. 11. 1901.
Sprichwörtliches über die Quappe (Lota vulgaris). De lottes au bleu, pechees dans le lae (Genfer See). C’est le poisson favori des indigfenes . . . 11 y a un dicton local qui traduit tres energiquement la passion des riverains pour ce gade d’eau douce: Pour une lotte, femme vend sa cotte“.
Andre Theuriet: Le Manuscript du Chanoine.
Revue des Deux mondes.
Bd. 50: 1. Okt. 1901, S. 499.
In der Mark Brandenburg ist man prosaischer und sagt im Oderbruch von einer dicken Frau „sie ist fett wie eine Quappenleber“. E. Friedei.
Über Raubfischer an der Oberspree hört man aus den beteiligten Kreisen wieder lebhafte Klagen. Die Fischpiraten haben es trotz der größten Wachsamkeit seitens der zum "Fange berechtigten Fischer bisher verstanden,
*j G. II. Eckström: Die Fische in den Scheeren von Möskö. Deutsch von Creplin. Berlin 1835. S. X: Weit oben im Siißwasser des Mälar ist eine Scholle (vermutlich Platessa flesus L.) gefangen worden.