Heft 
(1904) 13
Seite
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15. (5. ordentliche) Versammlung des XIII. Vereinsjahres.

Aus diesem genetischen Aufbau der Landeskunde ergibt sich ein verläßliches und erschöpfendes Bild, wie wir es von unserer Heimat- provinz noch nicht besitzen. Wir können uns zu diesem vorzüglichen Buch, das allen, die sich mit unserer engeren Heimat beschäftigen, von größtem Nutzen sein wird, vom Standpunkt der Brandenburgia Glück wünschen und dasselbe zum Studium auf das Wärmste aus voller Über­zeugung empfehlen.

Die Karten und Bilder sind für die vortreffliche Schrift eine höchst schätzenswerte Beigabe.

IV. Über neuerliche Mammut-Funde. Als ich mit der Pfleg­schaft unseres Märkischen Provinzial-Museums am 16. November 1904 die Teltow-Kanal-Arbeiten zwischen der Beeke-Brücke in Groß- Lichterfelde-Ost und der Neu-Britzer Brücke besuchte, wurden wir von dem bauleitenden Beamten darauf aufmerksam gemacht, daß hier kürz­lich wieder 2 Mahlzähne und ein Stoßzahnbruchstück von Elephas primigenius gefunden . seien und u. M. Herr Grubenbesitzer Franz Körner, der uns demnächst liebenswürdig und gastlich in seinem reich­haltigen Museum Körnerianum an der Jonasstraße zu Rixdorf aufnahm, zeigte uns ferner 3 neue Mammutfunde aus seiner berühmten Kiesgrube in Neu-Britz nahe dem Kanal, 2 Mahlzähne und einen Knochen, die ebenfalls erst vor wenigen Tagen in den Kiesschichten, welche Palaeo- lithe und Eolithe enthalten, ausgegraben worden waren.

Bei der der großen Zahl von Mammutfunden aus den Kieslagern, unserer Nachbarschaft und mit Rücksicht auf den in der Oktobersitzung berührten Fund eines ziemlich vollständigen jugendlichen Gerippes eines Elefanten auf der Sohle des berühmten diluvialen Torflagers von Klinge bei Luckau, interessiert es die Brandenburgia recht sehr von zwei neuer­lichen Funden Kenntnis zu nehmen, die sich auf ganze Gerippe von Mammut beziehen und in Rußland bezw. in Sibirien gemacht worden sind.

a) Der Mammutfund am Ural. Wie russiche Blätter im Oktober 1903 berichteten, erschienen vor einiger Zeit bei dem Konservator des Permschen Museums mehrere Bauern aus dem Kreise Perm und er­klärten, Mammutknochen gefunden zu haben. Auf diese Mitteilung hin unternahm der Konservator Ostrumow eine Exkursion auf der Kama und fand an dem von den Bauern bezeichneten Orte zahlreiche Knochen eines außerordentlich großen Mammuts, darunter den größten Teil des Schädels, beide Stoßzähne mit den dazu gehörigen Teilen des Kinnbackens, das Skelett beider Vorderfüße und eines Hinterfußes, fast alle Rippen und verschiedene andere Knochen. Einer von den Stoßzähnen ist völlig unversehrt, während der andere einige Absplitterungen aufweist, die augenscheinlich zu Lebzeiten des Tieres entstanden sind. Die Länge des ganzen Stoßzahnes beträgt angeblich 5 Arschin, das sind 3,50 Meter. (?)