Heft 
(1912) 20
Seite
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Beitrüge zur Topographie von Oderberg i/Mark.

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56. Die ßuckga.sse. Sie führte vom Unterkietz zum Oberkietz mit einer schmalen Verlängerung zum Marktplatz. Den Namen führt sie wohl von den städtischen Zuchttieren, die hier ihren Stall hatten. Die Kietzer hatten früher nur Ziegenhaltung (Kosse), weil sie sonst keinen Landbesitz gewinnen konnten, nur Gärten pachtweise von der Kirche oder dem Amt Oderberg hatten.

57. Die Paddenpuperei. Die Altkietzer oder Bardins Portstelle, jetzt Sandbank geheißen und völlig verlandet, daher bebaut. Früher ward liier mit dem Portnetz oder der Povarde gefischt, daher der Name. Die östlichen Abbauten des Kietzes nannte man bis vor 40 Jahren den Dodschlag, weil vordem hier viel Schifferfamilien überwinterten, die ob ihrer Zügellosigkeit gefürchtet waren.

58. Die Meierei. Als Pertinenz des ehern. Amtes Oderberg be­fand sie sich vor dem Angermünder Tor, an der Trifft zu, wo heute die Straße sich gabelt.

59. Der Kriekelberg. Ein kleiner Berg, an der Trifft belegen, der seinen Namen "von den Pflaumenbäumen trug, die ihn umsäumten, Kriekel plattdeutsch die Pflaume.

60. Der Schinderberg und die Schindergrund. Vorm Angermünder Tor und nördlich vom Galgenberge nach dem Neuen­dorfer Steige zu belegen.

61. Der große und der kleine Galgenberg. An der Gabelung des Brodowiner Weges und des Lunower Weges belegen, zu dem von der Südseite derArmesündersteig führt als Zeichen, daß hier vormals eine große Land- und Heerstraße an einem Gerichtsort vorüberführte. Vordem zum Amt Oderberg, jetzt zum Zernikowschen Gute gehörig.

62. An der Lattbreite. Eine Ackerfläche, die Meßkornabgabe zahlte und neben dem Galgenberge lag.

63. Der Queleberg. Liegt an der Trifft und dem hohlen Wege. Hier ist der Punkt, wo die Mecklenburger am 18. August 1349 die Brandenburger unter Markgraf Ludwig dem Römer durch Umgehung vernichtend schlagen konnten, weil der Markgraf die Hohlberge nicht erkunden und besetzen ließ während seines Durchzugs durch diese Defileen.

64. Der Egelpfuhl und der Mulapente ich. Sie liegen in der Nähe des Puntsacksf^

65. Die Koppel oder die Schlangenbuchte. Nördlich von der neuen Plantage, sehr minderwertes Land.

66. Das Lindelkenfeld. Beim Egelpfuhl belegen, etwa 20 Morgen.

67. Das Hecken oder Fabricius-Hecken. Liegt rechts von der Trifft vor dem Kirchenacker, der Weg war mit großen Stein wällen begrenzt.