3. (2. ordentliche) Versammlung des IX. Vereinsjabres.
ICH)
Ergänzung, welche in Berlin nur »las erwähnte Kunstweberei-Institut liefern kann, Hesse sich das Antependium nicht wohl ausstellen.
10. Die geologische und biologische Erforschung der Gewässer insbesondere der Seen der Provinz Brandenburg. Zu den frommen Wünschen, welche ich seit meiner vieljährigen Beschäftigung mit der Landeskunde hege, gehören zwei, deren Erfüllung ich gern sähe, es ist das die phytologische und archäologische Durchforschung unserer heimischen Torfmoore sowie die geologische und biologische Untersuchung wenigstens unserer hauptsächlichsten Seen. Bezüglich der Schichtenuntersuchung der Torfmoore ist fast nichts bei uns geschehen, trotz der Nähe der Universität Berlin und der botanischen Institute, fast nichts wenigstens im Vergleich z. B. mit Schleswig- Holstein und Mecklenburg oder mit Dänemark und Schweden.
Dies Schmerzenskind — die schichtenmässige (stratigraphische) Erforschung der brandenburgi,sehen Torfmoore — die aus ehemals lebendigen Gewässern, Flüssen und Seen entstanden sind — will ich heut Abend nicht weiter berühren, wohl aber erwähne ich das andere Schmerzenskind — die Erforschung unserer lebendigen Gewässer, denn daran gemahnt mich der Titel des Vortrags, den unser I. Schriftwart Herr Dr. Zache noch heut Abend halten wird.
Sehen Sie sich die Kartenblätter bezw. Messtischaufnahmen unserer geologischen Landesvermessung an, so glänzen darauf unsere Gewässer im schönsten Weiss, als Vakuum; sie sind eben in einer meines Erachtens weder wissenschaftlich noch wirtschaftlich zu rechtfertigenden Weise als cpiantite negligeable missachtet worden und unberücksichtigt geblieben.
Dem leider zu früh verstorbenen Geheimen Oberbergrat Dr. Han- checorne sind dieserhalb von Interessenten ungezählte Male Vorwürfe gemacht worden; er versuchte sie zwar immer abzuweisen, es waren aber immer nur formelle Verlegenheitsabweisungen, die auf zwei Punkte hinausliefen: zuvörderst sei die geologische Untersuchung der Seen pp. in dem Programm der preussischen Landes-Untersuchung nun einmal nicht vorgesehen worden, ausserdem seien dergleichen Untersuchungen der Gewässer aber nur von einem besonders geschulten Personal vor- zunehmen, sehr zeitraubend und auch kostspielig, es fehle übrigens diesbezüglicli an den nötigen Geldmitteln.
Auszuführen, dass dies, wie angedeutet, lediglich Verlegenheitsausreden sind, kann ich mir wohl ersparen. Hat die geologische Boden- untersuchung die Aufgabe, vor allem die äussere Reliefgestaltung der Erdrinde zu untersuchen und festzulegen, so darf sie nicht vor einem Wasserspiegel haltmachen, sondern hat ganz selbstverständlich die Verpflichtung das Bodenrelief auch unter dem Wasser aufzunehmen. Nimmt die amtliche Untersuchung Bohrungen zur Feststellung des Untergrundes