4. (2. ausserordentliche) Versammlung des IX. Vereinsjahres.
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I in Anschluss an den obigen Bericht bringen wir noch einige Nachträge, welche eingesandt worden sind.
Herr Geheiinrat Friedei liefert folgende Ergänzungen:
I. In der kleinen Altertünier-Sammlung des Magistrats zu Jüterbog befinden sich u. A. folgende Gegenstände:
a) ein angebliches Marmorkonsol-Bruchstück. Die Besichtigung ergab heut, dass es sich um ein sehr hartes Stück Quarzit handelt, der allerdings die Farbe des sehr viel weicheren schlesischen Marmors hat. Das über 2 Fass lange, ca. 6 Zoll hohe Stück, welches die ungefähre Gestalt eines Schildkröten-llückenpanzers hat, ist in der Diluvialzeit durch Sandflug teils ausgerieben, teils scharfkantig, faqetten- artig abgerieben worden. Man nimmt an, dass diese harten quarzitischen Sandsteine dem Tertiär angehören und vielleicht zur miocänen Braun- kohlen-Formation Beziehung haben. Dergleichen vom Sandflug kantig oder rundlich beriebene Steine kommen in der Nachbarschaft, namentlich auf dem hohen Fläming bei Belzig, so häufig und mitunter in so regelmässigen Gestaltungen vor, dass man sie nicht selten irrtümlich für vorgeschichtliche Artefakte hält.
b) ein kleines bauchiges, grauschwarzes, sehr hart gebranntes Gefäss, in der Stadt gefunden. Darin liegen zur Zeit ein paar menschliche Leichenbrandreste, welche an die sogenannten nieder- lausitzer oder von mir ostgermanisch genannten Brandknochenreste aus wirklichen Urnen erinnern. Der kleine mit einem Henkel versehene Krug ist christlich-germanischen Ursprungs, wahrscheinlich 12. bis 14. Jahrhundert. Dergleichen Töpfe findet man häufig in Kellern eingegraben oder eingemauert — als Bauopfer, wie im Monatsblatt der „Branden- burgia“ wiederholt meinerseits angegeben. Die Leichenbrandreste mögen aus einer zertrümmerten und verloren gegangenen germanischen Totenurne herrühren und sind zufällig in den erwähnten mittelalterlichen Krug geraten.
c) ein Stück hartes Holz von der Grösse eines Mauersteins, jedoch auf der einen breiten Fläche sich oben dachförmig, dreieckig zukantend. Mit allegorischen Gerichtsscenen im Stil des 17. Jahrhunderts bunt bemalt. Von Herrn Rektor Werner vielleicht mit Recht für ein Folterwerkzeug gehalten. Wenn es nicht zierlich bemalt wäre, würde ich es für eine der Krippen halten, auf denen beim Rädern dem armen Sünder die Arm- oder Beinknochen zerstossen wurden.
II. Die Witwe des im vorigen Jahre verstorbenen Jüterboger Bürgermeisters Frau von Seehausen besitzt eine kleinere mir vorgezeigte Altertümersammlung. Darin befindet sich eine römische Kaisermünze (konstantinische Periode?) aus Kupfer, angeblich am