Heft 
(1900) 9
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Friedrich Werwach:

Wohl aber ändert sich die Landschaft des freien Feldes. Die tiefste Waldeinsamkeit übersäet der überall hinschweifende Radfahrer mit dein Gräuel der Stullenpapiere. Wenn man jetzt dicht bei Tegel Borsigwalde baut, so willige ich gern in die Unterstreichung und Gültigkeit des Eigennamens, daswald iiuless hätte man füglich fortlassen mögen, so sehr weichen ringsum die ärmlichen Reste der Kieferngehölze zurück.

Wer erkennt noch im Geräusch der Humboldtmühle das Klappern jener uralten Mühlenräder nahe der Mündung des Tegeler Fliesses? Nur Wenige denken noch daran, dass es hier war, wo vor mehr als fünf Jahrhunderten der Heerbann Berlins mit den Streitkräften der Quitzows zusammentraf, statt des erhofften Sieges iiuless eine schwere Niederlage erlitt, in deren Folge der Feldhauptmann Wyns nebst einer Anzahl von Ratmannen zu schwerer Haft in den Turm von Bötzow wandern musste. Trösten wir uns damit: unser verehrter Vorsitzender, Stadtrat Friedei, ist schon aus chronologischen Gründen nicht mit dabei gewesen.

Hierauf sprach der II. Vorsitzende, Herr Schulrat Prof. Dr. Euler, der Besitzerin des Schlosses, der Frau Hofmarschall C. von Heinz, den Dank der Versammlung für die gestattete Besichtigung aus. Und zum Schluss zeigte Herr F. Meyer einen kolorierten Kupferstich:Tegel und seine Umgebung zu Ende des 18. Jahrhunderts vor.

Die Kremmener Studenten auf den deutschen Universitäten bis zum Jahre 1700.

Von Friedrich Werwach.

Seitdem man in den letzten Jahrzehnten mit der Veröffentlichung älterer Studenten - Matrikeln vorgegangen ist, sind in mehreren Zeit­schriften deutscher Geschichtsvereine Aufsätze über die aus einzelnen Ländern und Städten stammenden Studenten früherer Jahrhunderte er­schienen. Diese Aufsätze haben die Anregung gegeben, den Söbnen der Stadt Kremmen nachzuforschen, die bis zum Jahre 1700 Universitäten besucht haben bezw. in die Universitäts-Matrikeln aufgenommen worden sind. Die bis in die Gegenwart reichende geringe Entwickelung dieser Stadt sowie ihre geringe Bedeutung in der Geschichte Hessen bei Beginn der Arbeit kaum einen Erfolg erwarten. Doch schon das für sie benutzte erste Werk, die vom Geheimen Archiv-Rat Dr. Ernst Friedländer in den Publikationen aus den Königlich Preussischen Staatsarchiven