Heft 
(1900) 9
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Die Kremmener Studenten auf den deutschen Universitäten bis zum Jahre 1700. 145

Bände 32 und 36 veröffentlichten älteren Matrikeln der Universität Frankfurt a. O. und der hierzu herausgegebene vortreffliche Registerband Band 451 dieser Publikationen ergab für den beabsichtigten Zweck ein über Erwarten günstiges Resultat, ln Folge dessen sind die Nach­forschungen möglichst ausgedehnt und weiter die Matrikeln der Uni­versitäten Erfurt, Greifswald, Heidelberg, Ilerborn, Köln, Leipzig, Marburg, Rostock, Tübingen und Wittenberg, soweit, sie gedruckt vorliegen, durch­gesehen worden.*)

Aber es ergab sich, dass Angehörige der Stadt Kremmen nur zu den der Heimat zunächst belegenen Universitäten in Frankfurt a. 0. jetzt Breslau, Wittenberg jetzt Halle a. S., Greifswald, Leipzig und Rostock inskribiert sind. Zwar werden in der Geschichte des Geschlechts von Bredow, Teil 11, Kremmische Linie, zwei Angehörige dieser Familie erwähnt, die noch andere Universitäten besucht haben. Es ist dies ein Johannes oder Hans v. Bredow und ein Achim v. Bredow, wovon ersterer ausser in Frankfurt a. O. noch in Altorf, Tübingen und Ingolstadt, und letzterer 1623 in Jena studiert haben soll. Jedoch ist diese Nachricht aus gedruckten Matrikeln nicht zu bestätigen, da solche für diese Universitäten nur teilweise gedruckt vorliegen oder noch nicht veröffentlicht sind.

Tm grossen und ganzen wird dieses Resultat die Annahme recht- fertigen, dass Studenten aus Kremmen in früheren Jahrhunderten nur in verschwindend wenigen Fällen andere als die Universitäten Frankfurt a. O., Wittenberg, Greifswald, Leipzig und Rostock besucht haben. Mit Aus­nahme von Wittenberg und Leipzig sind die Matrikeln der voraufgeführten Universitäten bis zum Ausgange des 17. Jahrhunderts gedruckt. Der Gefälligkeit eines Freundes ist. es zu danken, wenn wir auch aus der

*) Geschichtsquellen der Provinz Sachsen, Band VIII I- n., Akten der Erfurter Universität, bearbeitet von Dr. Weissenborn. Publikationen aus den Königlich Preussi- sclien Staatsarchiven, 52. Bd., Ältere Universitätsmatrikeln, Universität Greifswald, heraus­gegeben von Dr. Ernst Friedländer. Die Matrikel der Universität Heidelberg von 1386 bis 1G62, herausgegeben von Gustav Toepcke, Heidelberg, 1884, 1886. v. d. Linde, die Nassauer Drucke der Königlichen Landesbibliothek in Wiesbaden, darin: Matricula 8tudiosorum scholae Herbornensis, Wiesbaden, 1882. Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, I, Bonn, 1892, darin: Die Matrikel der Universität Köln von 1389 bis 1466, herausgegeben von Keussen.- Codex diplomaticus Saxoniae Regiae, 2. Hauptteil, XVI. Band, enthaltend: Die Matrikel der Universität Leipzig von 1409 bis 1559, herausgegeben von Georg Erler. Catalogus studiosorum scholae Mar- purgensis, edidit Julius Caesar, Marburg, 1875, 1877, 1882, 1885. Die Matrikel der Universität Rostock von 1419 bis 16 94, herausgegeben von Dr. Adolph Hofmeister, 3 Bände, Rostock. Urkunden zur Geschichte der Universität Tübingen aus den Jahren 1476 bis 1550, herausgegeben vom akademischen Senat, Tübingen, 1877. Album academiae Vitebergensis ab anno MDII usque ad annum MDLX, ex autographo edidit Carolus Eduardus Foerstemann, Leipzig, 1841, und Album academiae Vite­bergensis ab a. Ch. MDII usque ad a. MDCII, volumen secundum, Halle, 1894.

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