Die Kremmener Studenten anf den deutschen Universitäten bis zum Jahre 1700. 147
Frankfurt a. O. ans dem 10. Jahrhundert 23
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was eine
Gesammtzahl von
81 ergiebt.
Die Abweichung von der weiter vor auf 70 angegebenen Gesammt- zahl hat ihren Grund darin, dass 11 Studenten zu je 2 dieser Universitäten inskribiert worden sind.
ln den Matrikeln wird im 15. Jahrhundert und weiter zurück der Familienname sehr häufig fortgelassen, da sein Gebrauch noch nicht allgemein war. Neben dem Vornamen ist dann nur der Ort. der Herkunft angegeben. Deshalb können wir ohne Zweifel den in der Rostocker Universitätsmatrikel unter dem Jahre 1425 aufgeführten Simon Kremmen als einen Kremmener betrachten.
Unsere Forschungen führen uns ein Bild vor Augen, wie wir es zu schauen nicht erwartet haben, nämlich, dass das Bestreben nach höherer Bildung im 10. und 17. Jahrhundert in der Stadt Kremmen verhältnismässig ein weit grösseres als im 18. und 19. Jahrhundert war. Gegenwärtig zählt dieser Ort p.p. 3000 Einwohner, 1778 aber waren es nur 1472. Wenn man in Betracht zieht, dass sich diese Stadt erst mit der im 17. Jahrhundert ausgeführten Niederlegung und Einebnung ihrer Schutzwerke — Mauern und Gräben — ausgedehnt hat, so muss man zu dem Ergebnis kommen, dass Kremmen im 10. und 17. Jahrhundert mit der Einwohnerzahl noch hinter dem 18. Jahrhundert zurückgestanden hat. Vergleicht man Einwohnerzahl und Anzahl der Studierenden der ersten beiden Jahrhunderte mit dem 18. und 19. Jahrhundert, so wird unsere Behauptung über das Bestreben nach akademischer Bildung keine zu gewagte sein, zumal, wie jedem Eingeweihten bekannt, die Zahl der im vorigen Jahrhundert mit solcher Bildung ausgestatteten Söhne Kremmens nur eine recht bescheidene ist. Wir glauben auch unsei’e Annahme noch mit der Thatsache bekräftigen zu können, dass die der Heimatsprovinz angehörende Universität in Frankfurt a. O. von 1086 bis 1808 von keinem Kremmener besucht worden ist. (Vergl. Friedländer, ältere Universitäts- Matrikeln, Universität Frankfurt a. O.)
Im 16. Jahrhundert finden wir die ersten Söhne Kremmens auf der Universität Wittenberg. Ohne Zweifel sind sie durch Luthers und Melanchthons Wirken angezogen worden. Bis zum Jahre 1500, dem Tode des letzteren, zählen wir drei Kremmener Studenten auf dieser Universität. Gegenüber anderen kleinen Städten der Mark Brandenburg ist das eine äusserst geringe Zahl. So z. B. waren von 1502 bis 1560 an der Universität in Wittenberg aus Beelitz 49, aus Kyritz 13, aus Pritz- walk 20, aus Wittstock 11 und aus Trebbin 13 Studenten immatrikuliert
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