Heft 
(1900) 9
Seite
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Die Kremmener Studenten auf den deutschen Universitäten bis zum Jahre 1700. 149

Kreimnener Stadtschule und Collaborator Ministern berufene Michael von Lanckisoh beigetragen. Er wird uns von Johann Grüwel in seiner Kremmischen Schaubühne als gelehrter Mann geschildert, unter dem die Schule sehr gefördert worden ist, und viele seiner Schüler, wie z. B. Johann Schmidt, Martin Stolhoff, Andreas Otto, Andreas Mankopff und Johann Zepernick, die in der Zusammenstellung als Studenten ver­zeichnet stehen, gelehrte Leute geworden sind. Auch der genannte Chronist ist ihm zu vielem Danke verpflichtet.. Leider war von Lankisch Thätigkeit in Kremmen nur eine kurze, da er bereits 1(148 zuin Pfarrer in Gross- Schönau berufen wurde. 1(563 erhielt er die Dienstagspredigerstelle in Zittau, wo er am 4. Februar 1674 verstorben ist. Von ihm sind uns 12 Schriften bekannt (Rotermund, Forts, zu Jöcher, Allgemeines Gelehrten- Lexikon). Ausserdem war von Lankisch Kaiserlicher gekrönter Poet und Mitglied der llirtengesellschaft an der Pegnitz mit dem Beinamen Strephon (Neues Lausitzisches Magazin, 71. Jahrgang, Geschichte der Ortsherrschaft von Ilörnitz). Von 166Ü ab wird die Zahl der studierenden Kremmener geringer und mit Beendigung des 17. Jahrhunderts sehen wir in Kremmen das Streben nach akademischer Bildung erlöschen. Von Einfluss wird hierauf wiederum ein bedeutender Unglücksfall, nämlich die dortige Feuersbrunst am 9. September 1680, gewesen sein, die diesen Ort, bis auf wenige geringe Häuser, in einen Schutthaufen verwandelt hat. Die Bürgerschaft ist in Folge dessen in ihrem Wohlstände sehr zurück­gekommen, was sich auch noch bis weit in das 18. Jahrhundert hinein bemerkbar machte.

Soweit es möglich gewesen ist, haben wir der folgenden Zusammen­stellung Nachrichten über Familien-Verhältnisse pp. hinzugefügt. Zu diesem Zwecke ist Grüwels handschriftlicheKremmische Schaubühne; Beckmanns handschriftliche Chronik von Kremmen, Riedels Cod. diplom. Brand.; Bardeys Geschichte von Nauen und Ost-Havelland; die Geschichte des Geschlechts von Bredow, 2. Teil, Kremmische Linie; der 14. Band derMäikischen Forschungen; die No. 11 vom 19. Jahrgange des Deutschen Herold und die 36. Sonntagsbeilage zur Norddeutschen allgemeinen Zeitung, Jahrgang 1894, benutzt worden. Hieraus war leider nur weniges zu schöpfen. Die bereits erwähnten vielen grossen Brände Kremmens haben das dortige Stadtarchiv bis auf wenige Urkunden und damit die hervorragendste Quelle für derartige Nachrichten ver­nichtet.

Die Universitätsmatrikeln bieten für familiengeschichtliche Forsch­ungen ein nicht zu unterschätzendes Arbeitsfeld. Durch unsere Zusammen­stellung glauben wir noch mancher jetzt in Kremmen und Umgegend blühenden Familie, wie z. B. Bading, Bellin, Beutel, Kerkow, Kienscherf, Lahn, Schmelter, Sukrow und Tübbicke einen Anhalt für solche Forsch­ungen zu geben.