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Zur Kunde des heimischen Jagdwesens.
Vorkommen, halten sich die Büren am meisten im Centrum des Landes, nämlich in dem westlich und südlich von Travnik und von Seriyevo liegenden Berglande auf, insbesondere in den Bezirken Travnik, Jaice, Bugojno, Joj- nica, Konjica, Foca, dann auch in Cainica und Kogatica, ferner in einigen Bezirken der Kraina (und zwar in Kljnc und Petrovac), endlich in den herzegowinischen Gebirgen von Konjica bis Gacko, hier besonders im Bezirke von Nevesinjc. In allen den genannten Bezirken witre die Biirenjagd lohnend. Am Nordrand Bosniens und der herzegowinisch-dalmatischen Grenze aber kommen Bllren fast gar nicht vor. Mitteilung aus dem Jahr 1891.
65) Eine Bärenjagd. Am 29. v. M. meldete ein Bauer auf der Freiherr v. Popperschen Besitzung Weldzirz in Galizien dem Oberförster Julius Voigt, dass in der Nacht ein Bür seinem Schafstall einen Besuch abgestattet und drei Schafe gefressen habe. Es wurde sofort eine Jagd auf denselben mit Braekhunden arrangiert, bei welcher Gelegenheit der Bür dem Herrn Voigt auf circa zwanzig Schritte zum Schuss kam. Nach dem ersten Schuss, welcher das hintere Blatt traf, stürzte die Bestie unter fürchterlichem Gebrüll zusammen, erhob sich jedoch nach einigen Momenten wieder, um ihrem Angreifer an den Leib zu gehen In diesem Moment krachte der zweite Schuss, welcher das Herz durchbohrte und das Tier tot niederstreckte. Das selten grosse und schöne Exemplar hat eine Liinge von 2,15 Metern. Die Tatzen- lHnge beträgt 0,28 .Meter und das Gewicht 273 Kilo. Herr Voigt ist derselbe Schütze, welcher vor acht Jahren auf derselben Herrschaft im Revier Zakla einen Büren erlegte, dessen Gewicht um 2u Kilo weniger betrug.
B. T. B. 8. Sept. 1893.
65 a) Der Bär von Vrlog. Von unserem b.-Korrespondenten wird uns aus Belgrad berichtet: Ein riesiger Bür war schon lange der Schrecken der Bevölkerung des Dorfes Vrlog bei I’irot in Serbien. Seit fünf Jahren schon stieg dieses Ungeheuer aus dem Hochwalde herab in das Dorf, um sich einen besonderen Schmaus zu verschaffen, und jedesmal erfasste die Bewohner ein panischer Schrecken, wenn sie ihn erblickten. Sie wagten es nie, einen Angriff auf das riesige Tier zu machen. So holte sich denn Meister Petz in aller Gemütsruhe ein saftiges Rind um das andere, sodass es neben vielem Kleinvieh schon 47 Ochsen waren, die er sich als Tribut von den durch die Furcht beherrschten Menschen seines Reviers selbst holte. Der Bür kam nur in der schönen Jahreszeit herab, diesmal aber musste ihn wohl der Hunger oder ein böser Traum aus seinem Winterschlaf geweckt haben; denn kürzlich sahen die Bauern mit Entsetzen ihr Ungeheuer am Waldessaum über den tiefen Schnee sich einen Weg in das Dorf suchen. Unbeschreiblich war die Angst. Man beratschlagte eine Weile, endlich aber wurde der Bezirksvorsteher benachrichtigt, der sofort eine Treibjagd veranstaltete. Und ihm gelang cs wirklich, dem gefürchteten Büren den Garaus zu machen. Es war ein Prachttier von 2,20 Meter Länge und 340 Kilo im Gewicht. Die Gemeinde lässt sein Fell ausstopfen, um bei seinem Anblick sich an die ausgestandene Angst zu erinnern. L. A. 31. Dez. 1899.